Der Handelsblatt-Firmencheck Deutschlands Top 100 stärken ihre Bilanzen

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Die Erfolgsstory aus Zuffenhausen reicht weit zurück. Porsches Grundkapital von gerade einmal 45,5 Mill. Euro verteilt sich hälftig auf Stammaktien und stimmrechtslose Vorzugsaktien. "Mit einem stimmberechtigten Grundkapital von knapp 23 Millionen Euro schickt sich Porsche an, weite Teile des deutschen Automobilmarkts zu beherrschen", sagt IWP-Direktor Karlheinz Küting mit Blick auf den Griff nach Volkswagen. Immense Kurssteigerungen in der Vergangenheit machen Porsche aktuell 20 Mrd. Euro wert. Die begehrte und teileroberte Braut VW bringt es inzwischen auf 55 Mrd. Euro.

So glücklich und geschickt agieren nicht alle Top 100. Neben dem Chiphersteller Infineon, der seine Investoren Jahr für Jahr enttäuscht und seit seinem Börsengang kurz nach der Jahrtausendwende bereits mehr als zwei Mrd. Euro verbrannt hat, enttäuschen im Dax zwei ehemalige Staatskonzerne. Die Deutsche Post steigert einmal mehr ihre Umsätze; doch wie in den Vorjahren leidet darunter das Ergebnis. Die vielen Zukäufe lassen sich nur schwer integrieren und drücken die ohnehin unbefriedigende Marge noch tiefer. Die Deutsche Telekom verbucht mit minus 70 Prozent den schwersten Gewinneinbruch im Dax. Neben dem harten Wettbewerb drücken allerdings auch Einmalbelastungen wie Rückstellungen für Abfindungsprogramme und Vorruhestandsregelungen das Ergebnis.

Mehr Enttäuschungen offenbaren die Firmen im MDax und TecDax, wie die vielen Minuszeichen unter den Top 100 belegen. Nur einige erklären sich mit negativen Sondereffekten, die auf den ersten Blick die wahre Stärke verdecken. Salzgitter gehört dazu. Ergebnis- und Rendite-Einbußen des Stahlherstellers resultieren aus dem Milliardengewinn nach dem Verkauf der Beteiligung am französischen Röhrengeschäft im Jahr 2006. Deshalb war 2007 die Hürde zu hoch.

Viele andere Verluste lassen sich nicht so einfach mit Einmaleffekten wegwischen. Allen voran die größte Enttäuschung des Jahres 2007: Der Solarhersteller Conergy scheitert an der Verlockung, überall und gleichzeitig schnell zu wachsen. Die Hamburger verzetteln sich. Am Ende summiert sich ein Verlust von 210 Mill. Euro. Die deutsche Vorzeigebranche verliert ihre Unschuld.

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