Der Handelsblatt-Firmencheck
Deutschlands Top 100 stärken ihre Bilanzen

Mehr Gewinn, mehr Rendite - Die führenden börsennotierten Konzerne präsentieren ihre Jahresabschlüsse und markieren einen Gezeitenwechsel in der deutschen Unternehmenslandschaft: Volkswagen ist die neue Nummer eins, gefolgt von Daimler und Siemens. Enttäuschungen offenbaren besonders die Firmen im MDax und TecDax.

DÜSSELDORF. Volkswagen ist die neue Nummer eins in Deutschland. Daimler "nur" noch Zweiter. Dabei kosten den Stuttgarter Autobauer nur vordergründig die fehlenden Umsätze der maroden und abgestoßenen US-Tochter Chrysler den ersten Platz - immerhin verliert Daimler dadurch ein Drittel der Erlöse. Die Wolfsburger rechtfertigen ihre Spitzenposition aber beileibe nicht nur mit Umsatz, sondern vor allem auch mit zwei weiteren Kennziffern: Der Nettogewinn und die Umsatzrendite verdoppeln sich binnen eines Jahres.

Haupttreiber ist die Stammmarke VW. Sie steht im Zentrum der Restrukturierung, die Ex-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder in den schwierigen Jahren 2002/03 begann, um aus dem traditionell margenarmen Unternehmen, dem Analysten eigentlich immer nur reichlich Potenzial attestierten, einen deutschen Vorzeigekonzern zu zimmern.

Doch auch Verlierer Daimler darf sich als Gewinner fühlen. Die Zahlen beweisen, wie groß der Befreiungsschlag nach der Scheidung von Chrysler wirklich ist: Die Stuttgarter verlieren 24 Prozent ihrer Mitarbeiter, setzen 34 Prozent weniger um, erhöhen aber ihren Nachsteuergewinn um 48 Prozent und ihre Rendite um mehr als das Doppelte auf 4,9 Prozent.

Aber das ist alles noch gar nichts im Vergleich zu einem dritten Automobilkonzern: Porsche schafft das national wie international seltene Kunststück, mit jedem Euro Umsatzerlös mehr als die Hälfte, exakt 57,6 Cent, zu verdienen. Die Nummer 29 unter den Top 100 verdiente unterm Strich mehr als der große Partner VW. Dabei wurden Autos fast zur Nebensache. Das meiste Geld machte Porsche im Stil einer erfolgreichen Investmentbank. Sich bei VW einzukaufen kostete nicht etwa Geld, sondern bescherte einen Großteil des bilanzierten Gewinns, weil sich der VW-Aktienkurs binnen eines Jahres mehr als verdoppelte und obendrein der üppige Nettogewinn der Wolfsburger die Porsche-Bilanz aufpolierte. 100 000 produzierte Sportwagen fallen da kaum noch ins Gewicht.

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