Deutschlands größte Familienunternehmen
Erfolgreiche Gemischtwarenläden

Abseits der Börse tummeln sich viele Firmen, die der allseits geforderten Konzentration aufs Kerngeschäft trotzen und in vielen unterschiedlichen Branchen Geschäfte machen. Die Betriebe fahren mit dieser Strategie nicht schlecht - und mehr noch: Beim Wachstum hängen Deutschlands Familienunternehmen die Dax-Konzerne sogar deutlich ab.

DÜSSELDORF. Der Blick auf die größten deutschen Familienunternehmen müsste manche Analysten und Unternehmensberater entsetzen. Abseits der Börse tummeln sich viele Firmen, die der allseits geforderten Konzentration aufs Kerngeschäft trotzen. Sie sind das, was als Gemischtwarenladen bezeichnet wird:

Die Oetker-Gruppe baut Schiffe und verkauft Pizza. Der Duisburger Haniel-Konzern liefert Pillen aus und stellt Kalksandsteine sowie Schmutzfangmatten her. Die Unternehmerfamilie Merckle produziert Nachahmer-Medikamente, Skipistenraupen und Zement.

Die Gemischtwarenläden fahren mit dieser Strategie nicht schlecht. Das zeigt das aktuelle Ranking der 30 größten deutschen Familienunternehmen, das das Handelsblatt jährlich erstellt. Bei Oetker stieg der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um knapp zehn Prozent, bei Merckle waren es geschätzte elf Prozent. Der Edelmetallhändler, Sensorhersteller und Dentalwerkstoffspezialist Heraeus wuchs um zwölf Prozent.

Die 30 größten Familienunternehmen sind echte Schwergewichte der deutschen Wirtschaft: Ihr Umsatzvolumen summiert sich auf 314,4 Mrd. Euro, sie beschäftigen weltweit 1,39 Millionen Menschen. Und ihre Wachstumsraten sind vielfach höher als bei den im Dax 30 notierten Unternehmen. Um 9,7 Prozent wuchs der Umsatz der Firmen im abgelaufenen Geschäftsjahr durchschnittlich. Bei den Dax-30-Unternehmen lag der Wert bei 5,5 Prozent.

Dass viele Familienfirmen breit aufgestellt sind, ist Teil ihrer Strategie. Die Gesellschafter stecken ihr Vermögen in mehrere Geschäftsfelder, um nicht von einer Branche abhängig zu sein und das Unternehmen so zu gefährden, wie Torsten Groth vom Institut für Familienunternehmen der Universität Witten/Herdecke erläutert.

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