Die 50 größten Industrie-Unternehmen
Konzern des Jahres: Gazprom

Elf Prozent mehr Umsatz, sieben Prozent mehr Nettogewinn: Was ist daran so außergewöhnlich? Der Blick auf die dritte Kennzahl, die Umsatzrendite, zeigt es: Russlands Staatskonzern Gazprom fährt mit jedem Euro Umsatz 27,50 Cent Gewinn ein. Netto. Das schafft kein anderer Energiekonzern und keiner der Top 50.

Den Großteil steuern Geschäfte mit Westeuropa bei. Hier ist der Preis am höchsten, der Marktanteil beträgt 25 Prozent.

Dabei vernachlässigt Russlands Gasmonopolist keineswegs die Forschung und Entwicklung, wie Investoren es westlichen Ölfirmen vorwerfen. Um neue Felder zu erkunden, sollen bis 2010 jährlich bis zu 1,9 Mrd. Euro ausgegeben werden, ein Plus von 250 Prozent. Damit übertrifft der Zuwachs an Gasvorräten den Verkauf, sagt Vorstandschef Alexej Miller. Exxon, Chevron, Shell, BP und Co. versuchen seit Jahren vergeblich, ihr Image abzustreifen, dass sie zu wenig von ihren Milliardengewinnen in die Erschließung neuer Felder investieren und stattdessen die Anleger mit Aktienrückkäufen und hohen Dividenden ruhig stellen.

Ob in Nordafrika oder Zentralasien: Wo immer amerikanische oder europäische Firmen auftauchen, ist Gazprom schon da. Zuletzt kündigte Miller an, Libyens gesamte Erdgas- und Ölexporte aufzukaufen. So versucht Gazprom, die Lieferungen aus Zentralasien und dem Mittelmeerraum zu kontrollieren, um die Europäer abhängiger zu machen. Gazprom kündigte an, bei einem Ölpreisanstieg auf 250 Dollar den Gaspreis auf 1 000 Dollar je 1 000 Kubikmeter anzuheben. Das wäre viermal soviel wie 2007.

Ganz leer geht Deutschland indes nicht aus, wenn Gazprom gut verdient. Der frühere Vorstandschef der deutschen Ferngasgesellschaft Eon-Ruhrgas, Burckhard Bergmann, wurde gerade zum achten Mal als einziger ausländischer Vertreter in den elfköpfigen Gazprom-Aufsichtsrat gewählt. Das Essener Unternehmen ist mit einem Anteil von 6,5 Prozent größter ausländischer Aktionär. Das bedeutet: Vom fünftwertvollsten Unternehmen der Welt gehören Eon-Ruhrgas 11,1 Mrd. Euro. Das entspricht einem Siebtel des wertvollsten deutschen Unternehmens, Eon.

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