Die 50 größten Industrieunternehmen
Die neuen Giganten

Wer ist der Größte im ganzen Land? Amerikas Einzelhandelskette Wal-Mart verteidigt die Spitzenposition erfolgreich. Der Umsatz legt sogar noch ein Stück mehr als beim Zweitplatzierten zu. Doch ein Blick auf die drei Ölkonzerne hinter Wal-Mart offenbart, wie zweifelhaft der Nimbus des umsatzstärksten Unternehmens sein kann. Aus deutscher Sicht ragt Siemens heraus.

DÜSSELDORF. Zwar ist Wal Mart weiterhin der umsatzstärkste Konzern weltweit. Die Unternehmen auf Platz zwei bis vier, Exxon, Royal Dutch Shell und BP fahren aber allesamt deutlich höhere Nettogewinne ein als die US-amerikanische Einzelhandeslkette. Mit umgerechnet 27,5 Mrd. Euro kommt Exxon sogar auf einen mehr als dreimal so hohen Ertrag. Dem sich im Geschäftsjahr 2007 verdoppelnden Ölpreis sei Dank.

Große Veränderungen in der Platzierung sind rar und resultieren meist aus milliardenschweren Übernahmen. Sie treiben den nicht bereinigten Umsatz nach oben. Beispiele dafür ist die amerikanische Telefongesellschaft AT&T. Der einstige Monopolist kaufte die vor über 20 Jahren abgespaltene Baby-Bell-Gesellschaft Bellsouth für fast 70 Mrd. Dollar zurück. Der Stahlhersteller Arcelor-Mittal sprang gar von Rang 61 auf 23. Ursache ist die Übernahme des weltweit zweitgrößten Produzenten Arcelor für 26 Mrd. Euro.

Aus deutscher Sicht ragt Siemens heraus. Hier sind ausnahmsweise nicht Übernahmen die Ursache für den deutlich besseren Platz. Der Mischkonzern profitierte ganz außerordentlich vom investitionsgetriebenen Aufschwung der Weltwirtschaft und der enormen Nachfrage aus den Schwellenländern nach Ausrüstungsgütern. Deutlich abwärts ging es dagegen für die Deutsche Telekom. Der Ex-Monopolist leidet wie fast alle europäischen Telefongesellschaften unter Kundenschwund und sinkenden Preisen. Da die Telekom sich aber kaum in wachstumsstarken Ländern breitmacht, fallen die Umsatzeinbußen größer aus als bei den Wettbewerbern.

Ansonsten klettern die deutschen Unternehmen mit Ausnahme von Volkswagen - trotz starker Umsatzzuwächse zieht China Petroleum vorbei - ein paar Plätze nach oben. Die Deutsche Post hält sich trotz schwacher US-Geschäfte auf Rang 37.

Neun Konzernen in der Umsatzrangliste stehen nur drei in der Börsenhitliste gegenüber. Diese Diskrepanz hat Tradition. Drei Gründe sind dafür hauptverantwortlich. Erstens betreibt Deutschland weniger offensiv als viele mittel- und südeuropäische Länder Industriepolitik. Frankreich und Spanien sind besonders aktiv. Zuletzt scheiterte der Griff des deutschen Versorgers Eon nach Endesa, weil Madrid immer wieder neue Hürden auflegte und andere spanische Firmen - wie der Baukonzern Acciona - Endesa mit Anteilskäufen zu Hilfe eilten.

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