Dividendenrendite
Deutsche Bank lohnt sich

Die Deutsche Bank, RWE und Münchener Rück zahlen wegen ihrer gesunden Bilanzstruktur langfristig die besten Dividenden. Das zeigt ein Ranking der 30 im Deutschen Aktienindex notierten Konzerne, das die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und das Handelsblatt erstellt haben. Doch auch die anderen Unternehmen lassen sich nicht lumpen - bis auf ein paar schwarze Schafe.

DÜSSELDORF. In zwei Tagen beginnt mit dem Aktionärstreffen von Daimler-Chrysler die Hochphase der diesjährigen Hauptversammlungen, auf denen die Dividenden beschlossen werden. Die Anleger erhalten fast 28 Mrd. Euro - so viel wie noch nie.

Die Deutsche Telekom will zwar mit 3,2 Mrd. Euro die höchste Dividende der deutschen Unternehmensgeschichte ausschütten. Analysten kritisieren aber, dass der Konzern angesichts zurückgehender Marktanteile und Gewinne die Anteilseigner nur noch so bei der Stange halten kann. Die hohe Dividendenrendite von fast sechs Prozent erreicht die Telekom nur wegen des Kursverfalls der Aktie. Die Dividendenrendite ergibt sich aus dem Verhältnis von Aktienkurs und Ausschüttung.

Im Gegensatz zur Telekom werden Aktionäre der Deutschen Bank dem Ranking zufolge am besten bedient: Dividenden, Gewinne und Aktienkurs des Branchenprimus steigen seit Jahren - und zwar ohne die Gefahr drohender Margen- und Gewinneinbrüche. Die Deutsche Bank wird zwei Mrd. Euro an die Aktionäre ausschütten, das entspricht einem Drittel des Nettogewinns. Aus Sicht von Analysten und Fondsmanagern hätte die Dividende diesmal noch höher ausfallen können. "Gereifte Unternehmen sollten 30 bis 50 Prozent ihres Gewinns ausschütten", sagte der Direktor des Deutschen Aktieninstituts, Franz-Josef Leven.

Insgesamt werden auf den diesjährigen Hauptversammlungen 25 der 30 Dax-Konzerne ihren Aktionären höhere Dividenden als im Vorjahr vorschlagen. Nur der seit Jahren Verluste schreibende Chiphersteller Infineon und der Touristikkonzern Tui wollen ihre Anteilseigner leer ausgehen lassen. Einschließlich der Sonderdividende Altanas, die aus dem milliardenschweren Verkauf der Pharmasparte resultiert, schütten die Dax-Unternehmen 27,7 Mrd. Euro aus. Das ist fast ein Drittel mehr als im Rekordjahr 2006. Allein in den nächsten acht Wochen werden Aktionäre 25 Mrd. Euro einstreichen. Das entspricht dem Aktienumsatz von fünf Handelstagen an der Frankfurter Börse. "Fließt ein Teil dieser Gelder an die Börse zurück, könnte die häufige Börsenschwäche im Mai diesmal ausfallen", sagte LBBW-Experte Frank Schallenberger.

Studien wie die des Researchspezialisten JCF belegen, dass sich in Europa und den USA Aktien von Unternehmen mit hohen Ausschüttungen auf Dauer deutlich besser als der Gesamtmarkt entwickeln. Die zehn dividendenstärksten Aktien im Dow-Jones-Index etwa haben seit Anfang der 70er-Jahre um gut 30 Prozent besser abgeschnitten als die restlichen 20 Titel. In Europa schlugen seit den 90er-Jahren die 15 Werte mit den höchsten Ausschüttungen den Gesamtindex um mehr als 40 Prozent. Fonds und Zertifikate, die auf dividendenstarke Unternehmen setzen und bei Anlegern immer beliebter werden, haben diesen Effekt in den vergangenen Jahren noch verstärkt.

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