Ertragskraft des genossenschaftlichen Bankensektors steigt
Volksbanken schlagen sich wacker

Die genossenschaftlichen Kreditinstitute haben ihr Konsolidierungstempo gedrosselt. In 2004 schlossen sich weit weniger Volks- und Raiffeisenbanken zusammen als in den Vorjahren. Dem Geschäftserfolg tat das keinen Abbruch.

HB FRANKFURT/M. Zum Stichtag Dezember 2004 zählt der Bundesverband der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in Deutschland 1 335 Mitgliedsbanken. Das sind 4,1 Prozent weniger als im Vorjahr. 57 Zusammenschlüsse gab es. Diese Zahl nahm damit das vierte Jahr in Folge ab. Auf dem Höhepunkt der Fusionswelle 2000 hatte es 240 Zusammenschlüsse gegeben. Dennoch erwartet der BVR, dass dauerhaft nur 800 bis 1 000 so genannte Primärbanken existieren werden.

Die addierte Bilanzsumme aller 1 335 Institute lag Ende 2004 um 1,7 Prozent über dem Vorjahr bei 576 Mrd. Euro. Die durchschnittliche Bilanzsumme pro Bank stieg um mehr als sechs Prozent auf 432 Mill. Euro. Damit haben die Kreditgenossenschaften sich hinsichtlich der Durchschnittsgröße innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdreifacht, ihre Anzahl dagegen halbierte sich. Auch in der Fläche konsolidierten die Volks- und Raiffeisenbanken weiter und reduzierten die Zahl der Niederlassungen um 3,4 Prozent auf 14 554. Nach oben geht die Bewegung bei den Genossenschaftsmitgliedern. Ihre Zahl stieg binnen Jahresfrist um 1,5 Prozent auf 15,5 Millionen Personen.

Nach alter Raiffeisentradition betreiben rund 244 der Mitgliedsinstitute neben dem Bankgeschäft auch Warengeschäfte. Allerdings ist ihre Zahl stark rückläufig. Im Berichtsjahr 2004 verzeichneten diese Banken noch eine Bilanzsumme von 55,5 Mrd. Euro und damit weniger als zehn Prozent der addierten Bilanzsumme der 1 335 Institute.

Die einzelnen Banken hinter diesen Statistiken zeichnen nach wie vor beachtliche Größenunterschiede aus. Die beiden größten Institute (Deutsche Apotheker- und Ärztebank sowie die Berliner Volksbank) sind mit ihrer Bilanzsumme größer als zehn Mrd. Euro. Die kleinste Kreditgenossenschaft (Raiffeisenbank Struvenhütten) kommt auf 9,3 Mill. Euro. Damit besteht zwischen den beiden Polen ein Größenverhältnis von tausend zu eins. Dabei sind nur die wenigsten Banken (7,6 Prozent) größer als eine Mrd. Euro Bilanzsumme. Gerade ein Viertel (26,7 Prozent) ist größer als der Durchschnitt von 432 Mill. Euro Bilanzsumme. Die überwältigende Mehrheit (78 Prozent) weist weniger als 500 Mill. Euro Bilanzsumme aus.

Diesem Kreis der Institute unterhalb der 500-Mill.-Euro-Linie erwuchs die "Interessengemeinschaft kleinerer und mittlerer Genossenschaftsbanken", die im Dezember 2004 gegründet wurde und inzwischen 450 Mitglieder zählt. Jedes der Mitglieder hätte für sich kaum Gewicht im Verbund. Zur Interessengemeinschaft zählen zum Beispiel die Volksbanken Heiden (106 Mill. Euro Bilanzsumme, Rang 971), Raesfeld (73 Mill./1 112) oder Seppenrade (48 Mill./1 211).

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