Europas Top 500
Europa wächst zusammen

Russische Konzerne wachsen stürmisch, doch der Westen dominiert weiter: Allen Widrigkeiten zum Trotz konnten Europas Top 500 der börsennotierten Unternehmen bei Gewinn, Umsatz und Rendite gegenüber dem Vorjahr noch einmal stark zulegen. Vor allem die dicken "Tanker" steigern die Umsatzrenditen kräftig.

DÜSSELDORF. Nach drei Rekordgewinnjahren in Folge hängt die Messlatte hoch. Doch Europas Unternehmen überspringen sie locker. Gemessen an den drei Kennzahlen Umsatz, Gewinn und Rendite ist das Geschäftsjahr 2007 sogar noch viel erfolgreicher als das vorangegangene. Denn die Gewinne steigen bei den 500 größten europäischen börsennotierten Industrie-, Handels-, Technologie- und Dienstleistungsunternehmen überproportional.

42 Prozent Wachstum beim Nettogewinn im Boomjahr 2005 folgen 15,8 Prozent. Dass es anschließend fast doppelt so viel werden, überrascht. Denn 2007 drohte den Unternehmen die Puste auszugehen. Zu weit schienen der Weltwirtschaftsboom und übliche Konjunkturzyklus fortgeschritten. Deshalb trauten Analysten und sogar die meisten Firmenchefs selbst den Konzernen nicht noch einmal so einen Sprung zu. Obendrein verdüsterte sich die Stimmung, weil aus den USA die Immobilienkrise heraufzog. Doch der Weltwirtschaftsboom, vor allem in Lateinamerika, den reichen Ölländern und in Osteuropa, war stabiler als gedacht. Hinzu kam die anspringende Binnennachfrage in Westeuropa. Davon profitierten beispielsweise die lange Zeit gebeutelten Baukonzerne. Der Einzelhandel blieb trotz höherer Mehrwertsteuer in Europas größter Volkswirtschaft vom Einbruch verschont.

Bemerkenswert ist die Konstanz bei den "Tankern". Unter den Top 50 gibt es nur drei Veränderungen: Der britische Bergbaukonzern BHP Billiton sowie die französischen Baukonzerne Vinci und Bouygues rücken ein paar Plätze nach vorn und steigen so in die Riege auf. Die wenigen ganz großen Umsatzbewegungen erklären sich fast durchweg mit Einmaleffekten, also Zu- und Verkäufen, so etwa beim Automobilkonzern Daimler (Verkauf Chrysler), dem Technologie- und Elektronikkonzern Siemens (Verkauf Automobilsparte VDO) und dem Stahlriesen Arcelor-Mittal. Die Fusion wurde in der Bilanz erst 2007 voll wirksam.

Eine weitere Konstante sticht ins Auge. Trotz des Aufschwungs in Osteuropa dominieren die alten Industrienationen. Finnland mit seinen 5,3 Millionen Einwohnern stellt mehr Top-Unternehmen als alle osteuropäischen Länder, einschließlich Ex-Jugoslawien, zusammen. Davon ausgenommen ist aber Russland. Sieben Firmen gewinnt das Land hinzu und kommt nun auf 25 unter den Top 500. Das bedeutet Rang sieben in der Nationenhitliste, hinter der Schweiz und den Niederlanden.

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