Exporte beflügeln
Warum deutsche Firmen rasanter zulegen

Während französische Spitzenunternehmen große Umsätze verzeichnen, setzen deutsche Konzerne den Aufschwung verstärkt in Wachstum um. Exporte und stagnierende Lohnkosten verleihen diesem Schubkraft. Dies schlägt sich bereits jetzt im Nettogewinn nieder.

DÜSSELDORF/PARIS. Nun schon das dritte Jahr in Folge steigerten die Top-Unternehmen in Deutschland ihren Nettogewinn stärker als in Frankreich. Für das laufende Jahr prognostizieren Bankanalysten sogar ein fast doppelt so hohes Plus wie im westlichen Nachbarstaat. Nach Berechnungen des Finanzdatenspezialisten Factset/JCF werden die Konzerne im Deutschen Aktienindex (Dax) noch einmal um knapp zwölf Prozent zulegen. In Frankreich dürften es nur 6,8 Prozent werden (siehe Grafik).

Bereits in den letzten drei Jahren wuchsen die Gewinne nach allen Aufwendungen wie Steuern, Zinsen und Abschreibungen hier zu Lande mit gut 160 Prozent schneller. In Frankreich haben sie sich "nur" verdoppelt. "Die Dax-Konzerne profitieren noch stärker von der Globalisierung und rasanten Weltnachfrage als die französischen", sagt Carsten Klude von der Hamburger Privatbank M.M. Warburg.

Die hohe Exportquote bestätigt die These. Deutschlands Dax-Unternehmen erwirtschaften im Ausland inzwischen mehr als 70 Prozent ihrer Umsätze. Das ist so viel wie noch nie. Der Dialysespezialist FMC kommt sogar auf einen Anteil von mehr als 95 Prozent. Im Nachbarstaat ist die Auslandsquote zwar auch hoch, liegt mit einem Anteil von knapp zwei Dritteln aber niedriger.

Es gibt noch mehr Gründe für das stärkere deutsche Gewinnplus. Von einem einst niedrigeren Niveau aus gewinnt das Wachstum an Breite und wird die Wirtschaft wettbewerbsfähiger. Viele deutsche Unternehmen haben einfach deshalb mehr Potenzial, weil ihre Ausgangsbasis seit dem Konjunktureinbruch nach dem Platzen der Technologieblase (2001/02) niedriger ist. Energieriesen wie EdF und Total schwimmen seit Jahren im Geld, weil die Rohstoffpreise immens gestiegen sind. Jetzt haben die Konzerne es schwer, ihre Milliardengewinne noch nennenswert zu steigern, weil die Messlatte sehr hoch liegt. Öl bleibt zwar teuer, stagniert aber "nur" noch.

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