Firmen fehlt gute Anlagestrategie
Deutschlands Konzerne sind gut bei Kasse

Die in Deutschland an der Börse notierten Konzerne des Dax, MDax, SDax und TecDax schieben eine wachsende Liquiditätswelle vor sich her. Allein im Geschäftsjahr 2004 nahm der Kassenbestand aller Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen um rund zehn Milliarden auf 100 Milliarden Euro zu.

fo DÜSSELDORF. Das ergab der "Handelsblatt Firmencheck", der in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaftsprüfung (IWP) an der Universität Saarbrücken und der Unternehmensberatung Mercer Management durchgeführt wird. Weitere Finanzierungsspielräume haben die Unternehmen durch die hohen Pensionsrückstellungen für die Betriebsrenten ihrer Mitarbeiter. Die summieren sich inzwischen auf rund 110 Mrd. Euro.

In diesem Jahr wird sich die Kassenlage der Konzerne wegen der anhaltend guten Geschäftslage weiter verbessern. Doch die meisten Unternehmen nutzen ihre "strategische Stärke" nicht, kritisiert IWP-Chef Karlheinz Küting. Statt die Mittel in Expansion und Wachstum zu stecken, kaufen Firmen eigene Aktien zurück oder finanzieren die milliardenschwere Ausgliederung ihrer Pensionsrückstellungen in externe Fonds.

Der Handelsblatt Firmencheck analysiert die Bilanzen von 132 Gesellschaften aus Dax, MDax, SDax und TecDax. Ausgenommen sind Finanzdienstleister wegen mangelnder Vergleichbarkeit der Daten.

Die Untersuchung entsteht in Kooperation mit dem Institut für Wirtschaftsprüfung (IWP) an der Universität Saarbrücken unter Leitung von Professor Karlheinz Küting und der Unternehmensberatung Mercer Management.

Über diese Einfallslosigkeit wundert sich Küting. Vielen Managern "gelingt es offenbar nicht mehr, das Geld richtig anzulegen". Dabei sollten die Unternehmen gerade jetzt mit ihrer hohen Liquidität "in innovative Geschäftsmodelle, in Forschung und Entwicklung und in neue Produkte investieren", fordert Peter Baumgartner, Deutschlandchef der Unternehmensberatung Mercer Consulting.

Viele Unternehmen lassen ihre enorme Liquidität sogar völlig ungenutzt. Dabei "steht die Rendite für liquide Mittel in keinem Verhältnis zu den selbst gesteckten Renditezielen der Konzerne", sagt Küting. Fast alle Konzernchefs haben inzwischen Renditen auf das eingesetzte Kapital im zweistelligen Bereich zum Maßstab aller Dinge ausgerufen. Mit kurzfristiger Geldanlage aus dem Kassenbestand sind zurzeit aber allenfalls zwei Prozent zu erzielen.

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