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Firmencheck: Konzerne steuern auf gefährliche Engpässe zu

exklusiv Deutsche Unternehmen drohen verstärkt in Finanznot zu geraten: Experten rechnen für den Herbst mit scharfen Gewinneinbrüchen und harten Sanierungsprogrammen. Mit dem jüngsten Firmencheck hat das Handelsblatt die Bilanzen von 133 Industrie-, Handels- und Dienstleistungskonzernen einem Stresstest unterzogen. Die Ergebnisse sind alarmierend.

Der Handelsblatt Firmencheck beruht auf einer der umfangreichsten deutschen Bilanzdatenbanken.
Der Handelsblatt Firmencheck beruht auf einer der umfangreichsten deutschen Bilanzdatenbanken.

fo/mjh/sme DÜSSELDORF. Akuter Auftragsmangel, immer schwächere Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft und wachsende Refinanzierungsnöte stellen die führenden deutschen Konzerne vor wachsende Herausforderungen. "Die eigentlichen Einschläge werden wir erst in einigen Monaten sehen", warnt Experte Thomas Kautzsch. Der Partner der Unternehmensberatung Oliver Wyman rechnet im vierten Quartal mit einem scharfen Gewinneinbruch und harten Sanierungsprogrammen als Antwort auf den massiven Abschwung der Weltwirtschaft.

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Kautzsch stützt sich bei seiner Einschätzung auf den jüngsten Handelsblatt-Firmencheck. Darin werden die Bilanzen von 133 Industrie-, Handels- und Dienstleistungskonzernen einem Stresstest unterzogen. Das alarmierende Ergebnis: Bereits ein Fünftel der untersuchten Unternehmen hatte Ende 2008 mehr als 20 Prozent ausstehende Forderungen, gemessen am Gesamtumsatz.

Darunter waren der Pharmakonzern Merck, der Energieversorger RWE und der Lkw-Hersteller MAN - Unternehmen, die ihren Kunden in normalen Zeiten keine Zahlungsziele einräumen. Und in der Rezession wächst die Gefahr, dass Forderungen komplett ausfallen. Doch nur Firmen mit geringer Schuldenlast, hohen Liquiditätsreserven und einem positiven operativen Cash-Flow sind in der Lage, eine längere Durststrecke zu überstehen.

Die meisten Konzerne sind finanziell gut gepolstert ins Krisenjahr 2009 gestartet. Nur 60 Prozent betrug im Schnitt die Fremdkapitalquote. Laut Bundesbank war die deutsche Industrie Mitte der neunziger Jahre mit 84 Prozent Fremdkapital erheblich höher verschuldet. Das erkläre auch das bisher größere Durchhaltevermögen der meisten Konzerne in diesem Jahr, meint Kautzsch.

Doch Reserven schwinden mit der Dauer der Rezession. Die Abbauwelle im Personalbereich werde deswegen wahrscheinlich Ende des Jahres kommen, befürchtet der Berater. Auffällig sei, "dass sich deutsche Großunternehmen - wohl auch im Hinblick auf die Bundestagswahl - bislang mit dem Abbau von Arbeitsplätzen sehr zurückgehalten haben".

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