Firmencheck: Qualität der Geschäftsberichte
Wer die Aktionäre am besten informiert

Deutsche Konzerne legen zunehmend Wert auf umfassende Information ihrer Aktionäre. Vor allem Unternehmen aus dem Wachstumssegment TecDax haben die Qualität ihrer Geschäftsberichte verbessert. Das zeigt der Handelsblatt Firmencheck, der in Kooperation mit dem Institut für Wirtschaftsprüfung (IWP) an der Universität Saarbrücken und der Unternehmensberatung Mercer Management entsteht.

HB DÜSSELDORF. Zu den zehn Spitzenkandidaten mit sehr guten Geschäftsberichten gehören inzwischen aber auch vier Dax-Konzerne. So schaffte der Stahlkonzern Thyssen-Krupp den Sprung um 22 Ränge und landete neben RWE und Jenoptik auf einem der drei ersten Plätze. Aber auch der Sportartikelhersteller Adidas und der LKW-Bauer MAN rückten auf vordere Positionen im Ranking der 130 Industrie-, Handels- und Dienstleistungskonzerne.

Punkte sammelten diese beiden Konzerne unter anderem durch ihre vergleichsweise gute Risikoberichterstattung. Nach neuen gesetzlichen Vorgaben müssen deutsche Konzerne im Lagebericht nicht nur über Risiken, sondern auch über Chancen der künftigen Geschäftsentwicklung informieren. Solche Angaben sollen Anleger besser absichern. Die Qualität dieser Informationen wurde deshalb im diesjährigen Firmencheck berücksichtigt.

Der Firmencheck bewertet die Geschäftsberichte aus Dax, MDax, SDax und TecDax anhand von mehr als 250 Kriterien. "Die Informationsqualität in allen Indizes hat deutlich zugenommen", sagt IWP-Direktor Karlheinz Küting. Grund sei aber nicht die Umstellung der meisten Konzerne auf die internationale Rechnungslegung IFRS, "sondern der Druck des Kapitalmarktes, vernünftige Informationen vorzulegen".

Besonders tief gestürzt im Vorjahresvergleich ist Heidelberger Druck. Der MDax-Wert rutschte von der Spitze der Tabelle auf Rang 59. Die rote Laterne abgegeben hat dagegen Schwarz Pharma - und zwar an den Mobilfunkdienstleister Mobilcom. Schwarz Pharma schaffte den Sprung auf Platz 78, weil der Konzern erstmals einen gedruckten Geschäftsbericht mit einem vollständigen Konzernabschluss vorlegte.

Dieter Fockenbrock
Dieter Fockenbrock
Handelsblatt / Chefkorrespondent
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