Firmencheck
Reichlich Bares in deutschen Konzernen

Liquidität und Cash-Flow sagen viel über die Ertragskraft eines Unternehmens aus. Manchen Konzerne allerdings fallen die prall gefüllten Kassen zur Last.

DÜSSELDORF. Die Autobranche setzt Maßstäbe: Daimler rückt – erlöst von der maroden US-Tochter – an die Spitze. Continental – verstärkt durch VDO – markiert das Schlusslicht. Trennung und Zukauf, beides hinterlässt tiefe Spuren in den Bilanzen. Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte mit 34,2 Mrd. Euro Free-Cash-Flow zur Jahreswende so viel freie Mittel, dass er bequem die Hälfte seines eigenen Unternehmens hätte kaufen können.

Dem Zulieferer Conti dagegen schnürte der kreditfinanzierte Kauf des Konkurrenten VDO die Luft ab. Der Free-Cash-Flow erreichte mit minus 10,5 Mrd. Euro einen Negativrekord. Für Conti hatte der Deal fatale Folgen: Die Aktie ist abgestürzt und Conti ein Übernahmekandidat.

Nach dem jüngsten Handelsblatt-Firmencheck, der in Kooperation mit dem Saarbrücker Institut für Wirtschaftsprüfung (IWP) und der Unternehmensberatung Oliver Wyman entsteht, war ein Drittel der 127 analysierten Konzerne im Geschäftsjahr 2007 nicht in der Lage, aus dem operativen Geschäft genügend Mittel für Investitionen zu erwirtschaften. Sie lebten praktisch über ihre Verhältnissen: Ihr Free-Cash-Flow, der sich zusammensetzt aus operativem Cash-Flow und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, ist deshalb – wie bei Conti – negativ (siehe Infografik).

Für Aktionäre und Stakeholder ist das eine interessante Größe. Denn ein positiver freier Cash-Flow ist Voraussetzung für Dividendenzahlung und die Bedienung der Schulden – ohne an die Reserven des Unternehmens zu müssen.

Meist sind Sondereffekte wie Zukäufe Ursache für negativen Free-Cash-Flow, doch nicht immer. Während Heidelberg-Cement oder Merck Milliarden für neue Beteiligungen ausgaben, steckte BMW seine Mittel in die Absatzfinanzierung. Vor allem in den USA macht das jetzt große Probleme wegen der einbrechenden Konjunktur, wie der jüngste Zwischenbericht zeigt. BMW muss Vorsorge in dreistelliger Millionenhöhe treffen.

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