Firmencheck Rendite
Dax-Konzerne sind gut gerüstet für die Krise

Deutschlands führende Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen gehen gestärkt in einen drohenden Abschwung. Dies zeigt der exklusive Handelsblatt-Firmencheck. Mit BMW, Metro und Tui legten am Dienstag die letzten Dax-Konzerne ihre Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Die Aussichten machen Hoffnung - zumindest überwiegend.

DÜSSELDORF. Die meisten deutschen Industriekonzerne haben bei den Margen den Anschluss an die internationale Konkurrenz geschafft. Nachdem der Nettogewinn im vergangenen Jahr noch einmal kräftig gestiegen war, kletterte die durchschnittliche Rendite der 23 Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) auf 5,1 Prozent. Zu den Wachstumssiegern zählen vor allem Industriekonzerne wie Eon, Linde, MAN und BASF. Nach rasanten Boomjahren zwischen 2004 und 2006 gelang es ihnen im abgelaufenen Geschäftsjahr noch einmal, ihre Margen deutlich zu steigern. Das zeigt der Handelsblatt-Firmencheck, der in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaftsprüfung (IWP) und der Unternehmensberatung Oliver Wyman entsteht

"Gegenüber dem Boomjahr 2000 erleben wir dramatische Veränderungen bei den klassischen deutschen Unternehmen" sagt Karlheinz Küting, Direktor des IWP an der Uni Saarbrücken. Zur Jahrtausendwende war es den Dax-Unternehmen schon einmal gelungen, ihre Rendite kräftig auf 4,8 Prozent zu steigern. Doch im Jahr 2000 standen vor allem Technologie-Unternehmen an der Renditespitze, darunter auch die Deutsche Telekom. Sie und der Chiphersteller Infineon kamen auf einmalig hohe Margen von 14,5 bzw. 15,5 Prozent. Inzwischen zählen beide aber mit zu den schwächsten Werten im Dax. Heute erreichen hingegen die meisten Industriefirmen hohe Umsatzrenditen zwischen fünf und zehn Prozent. Damit enden die Zeiten, in denen deutsche Unternehmen der internationalen Konkurrenz hinterherhinkten. Denn während die Dax-Konzerne jahrzehntelang nur auf Durchschnittsrenditen zwischen zwei und vier Prozent kamen - mit Ausnahme des Boomjahres 2000 -, sind für die größten Unternehmen in Rest-Europa und den USA schon seit den 90er-Jahren doppelt so hohe Margen üblich.

Grund für das einstige Gefälle waren ineffiziente Produktionsprozesse und hohe Personalkosten. Doch Produktionsverlagerungen ins Ausland und seit Jahren kaum steigende Löhne machen deutsche Firmen immer wettbewerbsfähiger. Gegenüber Nachbarstaaten wie Frankreich, Italien und den Niederlanden drifteten die Lohnstückkosten binnen zehn Jahren um ein Drittel auseinander. Darüber hinaus profitierten die vielen Industriekonzerne im Dax aufgrund ihrer hohen Exportquote außerordentlich vom investitionsgetriebenen Aufschwung der Weltwirtschaft.

Der Automobilriese Daimler, der seine Marge binnen eines Jahres mehr als verdoppeln konnte, verschlankte sich mit Hilfe seines Effizienzprogramms "Core", das auch mit massivem Personalabbau einherging. Hinzu kam der Verkauf der maroden US-Tochter Chrysler. Das war der Befreiungsschlag. In der Personenwagensparte liegt nun die Rendite mit neun Prozent deutlich höher als die vom Unternehmen avisierten sieben Prozent. Bis 2010 will Konzernchef Dieter Zetsche die Zehn-Prozent-Marke erreichen.

Zwar hat die schwache US-Konjunktur durchweg auch schon 2007 die Geschäfte belastet, selbst bei den stärksten Dax-Konzernen. So brach bei Daimler der Absatz in der Lastwagensparte in Nordamerika um ein Drittel ein. Dennoch blieb der Autobauer auch in dieser Region dank höherer Effizienz ohne Verluste.

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