Firmencheck
Wenig Polster für Krisenzeiten

Deutschlands führende Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen starten geschwächt in das Abschwungjahr 2009. Trotz steigender Umsätze brach das bereinigte Konzernergebnis der Dax-Konzerne 2008 massiv ein. Dadurch fiel die Umsatzrendite binnen eines Jahres drastisch auf ein Niveau, das es zuletzt nach dem Platzen der Internetblase und dem 11. September 2001 gab. Und es dürfte noch schlimmer kommen..

DÜSSELDORF. Trotz steigender Umsätze brach das bereinigte Konzernergebnis dieser 24 Dax-Konzerne 2008 um 32,6 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2007 ein. Dadurch fiel die Umsatzrendite binnen eines Jahres drastisch von 5,4 auf 3,5 Prozent. Das zeigt der Handelsblatt-Firmencheck, der in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaftsprüfung (IWP) und der Unternehmensberatung Oliver Wyman entsteht.

Während einige wenige Unternehmen wie Adidas und Henkel ihre ohnehin beachtliche Rendite noch einmal steigerten, brach diese bei "Deutschlands Nobelmarken und Flaggschiffen", wie es IWP-Direktor Karl-Heinz Küting formuliert, regelrecht ein. Die Lufthansa, die Premiumhersteller Daimler und BMW, der Mischkonzern Siemens und der erfolgsverwöhnte Stromgigant Eon erreichten nur noch Renditen von weniger als drei Prozent. Die Post verbrannte mit jedem Euro Umsatz sogar 2,3 Cent.

Solch schwache Renditen gab es zuletzt in der Krise nach dem Platzen der Internetblase und den Terrorangriffen auf die USA am 11. September 2001. Weil die Unternehmen anschließend aber ihre Strukturen nachhaltig verschlankten, die Produktionsstätten modernisierten, sie zudem in Niedriglohnländer verlagerten und so den Boomländern in Asien und Südamerika folgten, galten diese margenarmen Zeiten eigentlich als überwunden. Doch der dramatische Weltwirtschaftseinbruch trifft die exportorientierten Firmen nun ins Mark.

"Der scharfe Einbruch wird sich in diesem Jahr noch verstärken", warnt Küting. Das erste Quartal und verheerende Konzernausblicke belegen die düstere Einschätzung. Abgesehen von wenigen konjunkturresistenten Firmen wie dem Dialysespezialisten FMC und der Telekom warnen die Firmen vor noch weitaus schwierigeren Zeiten als 2008. Ausnahmen sind selten: So kam Dax-Neuling K+S auf eine Spitzenumsatzrendite von 18,2 Prozent, gefolgt vom letztjährigen Spitzenreiter SAP. Die Walldorfer Softwareschmiede erreichte eine Traumrendite von 16 Prozent.

Gut gerüstet für die Krise schienen die Unternehmen angesichts jahrelanger Rekordgewinne. Doch davon ist wenig geblieben. Die Mehrheit der Dax-Konzerne ist angeschlagen, ehe das Rezessionsjahr 2009 überhaupt begonnen hatte. Das belegen die vielen Gewinn- und Renditeeinbrüche. Unter dem Strich verdienten die 24 Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen binnen eines Jahres 15,9 Mrd. Euro und damit fast ein Drittel weniger als 2007. Die Umsatzrendite fiel um fast zwei Prozentpunkte auf 3,5 Prozent.

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