Firmencheck
Wirtschaft boomt - Konzerne schwächeln

Der Handelsblatt-Firmencheck zeigt: Ertragsstärke ist keine Frage der Unternehmensgröße. Es sind die Nebenwerte aus dem Aktienindex, die 2007 die Führungsposition im Renditeranking übernehmen - und namhafte Konkurrenten abhängen.

DÜSSELDORF. Während die Konjunktur brummt, erleiden die führenden deutschen Konzerne einen Schwäeanfall. Das zeige der Handelsblatt-Firmencheck: 68 Absteiger aber nur 46 Aufsteiger im Jahr 2007. Durchschnittlich erreichen die 127 bewerteten Unternehmen nur 452 Punkte, ein Jahr zuvor waren es noch 497. Daran gemessen war das Geschäftsjahr 2007 nicht ganz so erfolgreich, wie der erste und einfache Blick auf Nettogewinn oder Umsatz nahelegt.

Allerdings: Sondereffekte bei einzelnen wie Merck und Branchenprobleme wie in der Solarindustrie überzeichnen das Bild. Der Pharmakonzern Merck etwa hat seine Generika-sparte für 3,5 Mrd. Euro verkauft und Sonderabschreibungen auf immaterielles Vermögen vorgenommen. Am Ende stand ein ungewöhnlich kurioser Effekt: minus 88 Millionen Euro Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft, plus 3,6 Mrd. Euro aus dem aufgegebenen Geschäft.

Solche Einblicke in bilanzielle Feinheiten macht erst die Umstellung auf die internationale Rechnungslegung möglich. Laut IFRS, inzwischen Bilanzierungsstandard für deutsche Konzerne, müssen die Unternehmen in ihren Jahresabschlüssen gesondert Informationen über "discontinued operations" (discos), das heißt über nicht fortgeführte Aktivitäten, machen. Früher kam das böse Erwachen für Aktionäre oft zu spät wenn die ertragreiche Konzern-Tochter längst beim neuen Eigentümer gelandet war. Heute finden bilanziellen Auswirkungen solcher Aktionen schon frühzeitig in der Gewinn- und Verlustrechnung ihren Niederschlag.

Die Spitzengruppe im Handelsblatt-Firmencheck mit "außergewöhnlicher und überdurchschnittlicher" Ertragskraft hat sich 2007 kräftig ausgedünnt. Statt 34 Unternehmen (2006) haben es in diese Topkategorie nur noch 17 Unternehmen geschafft. Tröstlich nur, dass die meisten Dax-Konzerne mit leicht verbesserten Bewertungen im aktuellen Ranking platziert sind.

Herausragend unter ihnen ist allerdings nur SAP. Die Walldorfer Softwareentwickler sind seit Jahren der ertragstärkste Konzern in der Großindustrie.

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