Gewinnentwicklung
US-Firmen lahmen

In den USA brechen die Gewinnerwartungen der Unternehmen ein. Das nährt Befürchtungen, dass es mit dem seit Jahren anhaltenden Boom der Wirtschaft bald vorbei ist. Deutschland muss sich jedoch keine Sorgen machen: Die hiesigen Firmen lassen die amerikanische Konkurrenz in Sachen Gewinnwachstum hinter sich.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Haben die US-Konzerne Anfang des Jahres noch mit einem Gewinnplus von knapp 9 Prozent für das erste Quartal gerechnet, reduzierten sich die Erwartungen nach Angaben des Finanzdatenspezialisten Thomson Financial nun auf 3,3 Prozent. Am heutigen Mittwoch berichtet der Aluminiumhersteller Alcoa als erstes großes US-Unternehmen über die Geschäfte im ersten Quartal.

Als größter Gefahrenherd für die US-Konjunktur gilt die Krise am Immobilienmarkt. Sie greift auf benachbarte Industriezweige über: von der Baubranche über die Holz- und Möbelindustrie bis hin zu Teilen des Kreditgewerbes.

Im Gesamtjahr 2007 rechnet Thomson für die Unternehmen im maßgeblichen S&P-500-Index noch mit einem Gewinnwachstum von 6,3 Prozent. Doch auch hier spricht vieles für eine weitere Zurückstufung. Noch im Januar hatte der Datenspezialist ein Plus von 9,3 Prozent vorausgesagt. Und Volkswirte verweisen darauf, dass die Schätzungen für das zweite Halbjahr 2007 noch sehr vage seien und ebenfalls nach unten korrigiert werden könnten. "Ich sehe nicht, wo der Aufschwung im vierten Quartal herkommen soll, den Analysten erwarten", sagt David Wyss, Chefökonom der Ratingagentur Standard & Poor?s.

In Europa hingegen wachsen die Gewinne der Großunternehmen weiterhin zügig. Besonders deutsche Unternehmen tun sich beim Ertragswachstum hervor. Für die Dax-Firmen prognostiziert der Datenspezialist Factset/JCF für 2007 ein Gewinnplus von 7 Prozent. Exportorientierten Konzernen wie Siemens und Bayer sagen die Analysten dank boomender Exporte und der anziehenden Binnennachfrage sogar ein Plus von mehr als 20 Prozent voraus.

Die 50 größten europäischen Konzerne werden nach Meinung von Experten ihren Nettogewinn in diesem Jahr um durchschnittlich knapp 5 Prozent steigern. "Und die Chance, dass sie am Ende bessere Ergebnisse vorlegen, ist sehr hoch", glaubt M.-M.-Warburg-Spezialist Daniel Hupfer mit Blick auf das gute konjunkturelle Umfeld.

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