Größte Firmen
Europa holt auf

Europas börsennotierte Konzerne verringern ihren Abstand zu den großen Wettbewerbern in den USA. Die Umsätze und Gewinne steigen auf dem alten Kontinent viel rasanter. Das ist das Ergebnis der neuen Handelsblatt-Rangliste der 500 größten Unternehmen in Europa. Die guten Zahlen wecken allerdings auch Begehrlichkeiten: Die Wahrscheinlichkeit für Übernahmen steigt.

DÜSSELDORF. Nach dem Rekordjahr 2004 setzten die Unternehmen durchschnittlich noch einmal gut 8 Prozent mehr um. Die Gewinne stiegen sogar um knapp 43 Prozent. Von hohen Öl-, Gas- und Strompreisen profitieren ganz besonders die Energieversorger. Vier der zehn umsatzstärksten Unternehmen kommen aus diesem Sektor. Bei den Nettogewinnen ist die Dominanz mit sieben unter den ersten zehn noch größer. Grund: Der Rohölpreis verteuerte sich 2005 um fast die Hälfte.

Um mehr als ein Drittel erhöhten sich die Gewinne in der Chemie-, Automobil- und Finanzbranche. Die Sektoren profitieren von gelungenen Restrukturierungen (Automobil), der guten Entwicklung an den Finanzmärkten und der starken Weltkonjunktur. 2004 bis 2006 dürfte mit jährlichen Wachstumsraten von fünf Prozent die stärkste Periode seit mehr als 30 Jahren werden. Das kurbelt die Ausfuhren an - besonders beim Exportweltmeister Deutschland.

Mit Daimler-Chrysler, Volkswagen, Siemens und der Deutschen Telekom kommen, gemessen am Umsatz, vier der zehn größten börsennotierten Konzerne aus Deutschland. Kein anderes europäisches Land stellt so viele Weltkonzerne.

"In Europa legen die Konzerne dynamischer als in den USA zu. Die vielen exportorientierten Unternehmen profitieren von der weltweiten Nachfrage", sagt Carsten Klude von der Hamburger Privatbank M.M. Warburg.

Trotz der Rekordergebnisse stellen aber nur wenige Unternehmen Mitarbeiter ein. Die Nummer eins in Europa, der kräftig wachsende Ölkonzern Royal Dutch, kam sogar mit weniger Angestellten aus. Insgesamt waren im vergangenen Jahr bei den 500 größten Unternehmen zwar drei Prozent mehr Leute beschäftigt als ein Jahr zuvor. Nimmt man aber die Zukäufe vieler Unternehmen heraus, ergibt sich ein leichtes Minus. So ist der kräftige Zuwachs von 30 800 Mitarbeitern bei Siemens das Ergebnis von etlichen Zukäufen in der Medizintechnik und anderen Bereichen.

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