Handelsblatt Firmencheck
BASF arbeitet sich hoch

Im Handelsblatt Firmencheck offenbart sich die wirkliche Kapitalstärke der deutschen Konzerne. Sehr gut sieht dabei BASF aus. Die Spreu vom Weizen zu trennen, ist aber gar nicht so einfach. Immer mehr Unternehmen verwirren die Anleger mit phantasievollen Kennzahl-Kreationen.

DÜSSELDORF. BASF ist der heimliche Star. Im Handelsblatt Firmencheck 2006 verbesserte sich der Chemiekonzern um elf Positionen auf Platz 13. Dass die Ludwigshafener gute Geschäfte machen, das hat sich unter Analysten und Investoren längst herumgesprochen. Dass der Industriekonzern unter Führung von Jürgen Hambrecht aber zur Ertragsperle unter den deutschen Dax-Konzernen avanciert, zeigt erst der Handelsblatt Firmencheck. BASF-Chef Jürgen Hambrecht mangelt es schon heute nicht an Selbstbewusstsein. BASF sei nicht irgendeine Chemical Company, verkündet er, sondern "The Chemical Company".

Und damit das so bleibt, hat das vom Umsatz weltgrößte Chemieunternehmen kräftig zugekauft: Zuletzt den Katalysatorhersteller Engelhard in den USA für 4,4 Mrd. Euro, die teuerste Neuerwerbung in der Firmengeschichte. Aber auch die Bauchemie von Degussa hat 2,8 Mrd. Euro gekostet. Die Folgen für Ertrags- und Finanzlage werden sich erst noch zeigen. Hambrecht hat für das laufende Geschäftsjahr schon mal 500 Mill. Euro Sonderbelastung angemeldet.

Sollte es BASF gelingen, im Handelsblatt Firmencheck eine kleine Position zuzulegen, dürfte der Industrieklassiker im nächsten Jahr neben dem Technologiekonzern SAP als einziges Dax-Schwergewicht mit dem Prädikat "außergewöhnlich ertragsstark" glänzen. Denn Altana und Schering, die in diesem Jahr noch die Plätze vier und neun belegen, werden keine Rolle mehr spielen: Schering wird gerade vom BASF-Konkurrenten Bayer (Rang 51) übernommen, Altana in zwei Teile (Chemie und Pharma) zerlegt. Damit ist der Abschied aus dem Dax vorgezeichnet.

Der Handelsblatt-Firmencheck entsteht in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaftsprüfung an der Universität Saarbrücken (IWP) und der Unternehmensberatung Mercer Management Consulting. Kriterien für das Ertragsstärke-Ranking sind Eigenkapitalquote, Return on Investment, Cash-Flow zu Umsatz und Cash-Flow zu Gesamtkapital. Daraus errechnet das Institut unter 130 Kandidaten die Rangliste (zur Methodik siehe Spalte links). Insgesamt schlagen sich kleine und mittlere Unternehmen sehr gut. "Vor allem im TecDax haben sich einige Werte inzwischen als Unternehmen mit Substanz etabliert", sagt IWP-Direktor Karlheinz Küting. Das Vorurteil vieler Investoren, in diesem Börsensegment gebe es nur kurzlebige und risikoreiche Unternehmen, sei nicht mehr haltbar. Von den zwölf Top-Unternehmen kommt immerhin die Hälfte aus dem TecDax.

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