Handelsblatt-Firmencheck
Die Schwergewichte im Dax schwächeln

In Renditefragen können die großen deutschen Konzerne den kleineren börsennotierten Unternehmen nichts mehr vormachen. Im Gegenteil: Der Handelsblatt-Firmencheck zeigt, dass Firmen aus dem TecDax und sogar aus dem SDax den großen Konzernen wie SAP oder Merck in nichts nachstehen.

DÜSSELDORF. Dax-Schwergewichte dominieren dagegen auf den hinteren Plätzen des Renditerankings. Tui, Deutsche Post und Metro sind unverändert außergewöhnlich ertragsschwach, Volkswagen, Daimler-Chrysler, Siemens, RWE und Thyssen-Krupp schaffen es gerade noch in die Rubrik unterdurchschnittliche Ertragskraft.

Verschärft hat sich der Trend durch den Abschied der renditestarken Pharmakonzerne Schering und Altana aus der Spitzengruppe. Schering gehört jetzt zu Bayer und ist damit vom Börsenzettel verschwunden. Altana ist extrem abgestürzt.

Das frühere Chemie- und Pharmakonglomerat fiel im Handelsblatt-Renditecheck von einem Spitzenrang fünf auf Platz 166. Der Verkauf des Pharmageschäfts an den dänischen Investor Nycomed zahlt sich zwar für die Aktionäre in Form einer milliardenschweren Sonderdividende aus, nicht jedoch für die Rest-Altana. Vom Rekordergebnis des Geschäftsjahres 2006 stammen gerade mal 1,5 Prozent aus dem weitergeführten Geschäft mit der Spezialchemie.

Die Internationalisierung der Rechnungslegung macht diesen Einblick erst möglich. Laut IFRS und auch nach den US-Regularien GAAP müssen die Konzerne im Jahresabschluss gesondert Informationen über sogenannte "discontinued operations" (discos), also über nicht fortgeführte Aktivitäten, machen. Bei Altana war die Trennung zwischen Chemie und Pharma offensichtlich. In anderen Fällen konnten früher selbst gravierende Konzernumstrukturierungen in der Bilanz weitgehend versteckt werden. "Mit Einführung der internationalen Bilanzierungsregeln müssen die Vorstände Farbe bekennen", sagte Bilanzexperte Karlheinz Küting. Den Vorteil sieht der Chef des Instituts für Wirtschaftsprüfung (IWP) an der Universität Saarbrücken darin, dass "Anleger aus den Zahlen jetzt das nachhaltige Geschäft besser ablesen können".

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