Handelsblatt-Firmencheck
Solartechnik schlägt Software

Die Solarenergie ist in der Topliga der deutschen Konzerne angekommen. Mit Q-Cells (TecDax) hat erstmals ein Unternehmen aus der Boombranche erneuerbare Energie die Führung unter den renditestärksten Unternehmen übernommen.

DÜSSELDORF. Sogar die Softwareschmiede SAP, jahrelang Spitzenreiter in Sachen Rentabilität und Dax-Schwergewicht, muss sich geschlagen geben - wenn auch nur knapp. Q-Cells symbolisiert auch eine grundlegende Verschiebung. Kleine und innovative Unternehmen hängen die großen Dax-Werte in der Rentabilität klar ab.

Auf Platz drei des neuesten Handelsblatt-Firmenchecks folgt das Bonner Unternehmen Solarworld. Damit wird die wachsende Bedeutung der Solarenergiebranche für die heimische Industrielandschaft unterstrichen.

Das Ranking entsteht in Kooperation mit dem Institut für Wirtschaftsprüfung (IWP) und der Unternehmensberatung Oliver Wyman. Unter Leitung des Saarbrücker Wirtschaftsprofessors Karlheinz Küting analysierte das IWP die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der 124 Industrie-, Handels- und Dienstleistungskonzerne aus Dax, MDax, SDax und TecDax. Für Küting beweist das Ertragsstärke-Ranking, "wie gut sich die Unternehmen aus dem TecDac, aber auch aus den kleinen Börsensegmenten MDax und SDax inzwischen schlagen." Nicht mehr die großen Dax-Konzerne seien dominierend.

Bemerkenswert im Ranking 2007: Nur noch zwei Dax-Werte tauchen unter den Gesellschaften mit überdurchschnittlicher und außergewöhnlicher Ertragslage auf. Außer SAP ist das der Pharmakonzern Merck, der nicht nur vom MDax in den Dax aufgestiegen ist, sondern sich auch von Platz 19 auf zehn gegenüber dem Vorjahr verbesserte.

Der einstige Topwert Altana ist nach dem Verkauf des renditeträchtigen Pharmabereichs von Rang fünf auf 106 abgestürzt und rangiert zudem nur noch im MDax. Der Hoffnungswert des Vorjahres, der Chemiekonzern BASF, enttäuschte. Die Ludwigshafener waren knapp vor dem Aufstieg in die Spitzengruppe, sind jetzt aber auf Platz 21 (vormals 13) abgesackt. Konkurrent Bayer profitierte nicht von der Schering-Übernahme. Der Berliner Pharmahersteller rangierte zwar immer im oberen Viertel des Renditerankings, Bayer sackte aber mit dem Schering-Kauf um 25 Plätze auf Rang 76 ab.

Das zum Teil positive Gesamtbild der untersuchten Unternehmen sollte nach Ansicht von Oliver-Wyman-Berater Thomas Kautzsch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die "euphorische Stimmung in weiten Teilen der Wirtschaft keineswegs in den Zahlen widerspiegelt". Das zeige ein Vergleich des erwirtschafteten Cash-Flows. Dieser hat sich gegenüber dem Vorjahr nämlich kaum verändert.

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