Handelsblatt-Rangliste
Deutschland und Frankreich sind das Maß

Die Platzhirsche bleiben unter sich. Das zeigt die Handelsblatt-Rangliste der Top 500 in Europa. So spektakulär die Unternehmen ihre Umsätze und Gewinne im vergangenen Jahr steigerten, so gering fallen die Verschiebungen auf den vorderen Plätzen aus. Die zehn umsatzstärksten Firmen sind 2005 dieselben wie im vergangenen Jahr.

som DÜSSELDORF. Auf den Rängen dahinter gibt es zwar Verschiebungen, ganz selten aber größere wie der Sprung von Sanofi Aventis von Rang 80 auf 41. Der Zusammenschluss gilt weltweit als Musterbeispiel einer gelungenen Übernahme. Fakt ist, dass die westlichen Industrienationen ungeachtet des rasanten Wachstums in Osteuropa unter sich bleiben. Die großen Konzerne verlagern zwar Produktionsstätten und Arbeitsplätze in den preiswerteren Osten. Doch die Zentralen und das höhere Management liegen im Westen. Hier ist die Kaufkraft am größten. Erst auf Platz 45 findet sich mit Gazprom das erste russische Unternehmen. Der Gasgigant verfügt weltweit über die größten Reserven.

Das Maß in Europa bleiben Deutschland und Frankreich. Das größte Land stellt die meisten Weltkonzerne. Daimler-Chrysler rutscht zwar um einen Platz auf Rang drei, weil mit Royal Dutch und BP angesichts der enorm gestiegenen Rohstoffpreise jetzt gleich zwei Ölkonzerne an der Spitze stehen. Doch hinter dem Automobilkonzern rangieren mit Volkswagen, Siemens und Deutscher Telekom drei weitere Umsatzgrößen in den Top Ten.

Frankreich stellt einen anderen Rekord, indem es mit 61 Konzernen unter den Top 500 die Spitzenposition einnimmt. Deutschland kommt nur auf 53. Blickt man auf die erste Hälfte der Rangliste, vergrößert sich der Abstand zum kleineren Nachbarn noch. Hier führt Frankreich mit 43 zu 27. Der Trend ist durchaus nicht neu. Traditionell ist in Frankreich das Gefälle zwischen Top-Konzernen und der zweiten und dritten Reihe sehr groß. Das gemessen am Bruttoinlandsprodukt nach Deutschland und Großbritannien drittgrößte Land glänzt zwar mit traditionsreichen Weltkonzernen wie Total, Carrefour, Saint Gobain und L?Oréal. Doch Deutschland ist in der Breite stärker, hat mehr mittelgroße und vor allem nicht börsennotierte Unternehmen. In der Handelsblatt-Rangliste der 50 größten privaten Unternehmen stellt Deutschland mehr als die Hälfte.

Die starke Stellung ändert aber nichts daran, dass deutsche Unternehmen gemessen an ihrem Börsenwert Federgewichte sind. Kein Unternehmen kommt unter die zehn Größten. Eon mit einer Marktkapitalisierung von 62 Mrd. Euro rangiert als deutsches Flaggschiff europaweit nur auf Rang 16. Vor 20 Jahren kamen mit Allianz, Daimler-Benz, Deutscher Bank, Bayer, BASF, Hoechst und Siemens sieben der zehn größten Börsenwerte aus Deutschland.

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