Jeder fünfte Konzern erzielt zweistellige Renditen
Firmen winkt drittes Rekordjahr

Die meisten deutschen Konzerne wachsen kräftig und erzielen hohe Gewinne. Dieser Trend setzt sich auch im laufenden Jahr fort. Damit stehen die Firmen vor ihrem dritten Rekordjahr in Folge. Gleichzeitig kann aber eine Reihe von Unternehmen nicht vom Konjunkturaufschwung profitieren. Am größten ist die Kluft zwischen Gewinnern und Verlierern bei den MDax-Konzernen.

DÜSSELDORF. Das zeigen Prognosen von Finanzdatenspezialisten und der Handelsblatt-Firmencheck für die Bilanzen 2005. Die Untersuchung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaftsprüfung (IWP) an der Universität des Saarlandes und der Unternehmensberatung Mercer Management.

Die 131 untersuchten Industrie-, Handels- und Dienstleistungsfirmen in den vier führenden deutschen Börsenindizes erhöhten im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar ihre Nettogewinne um durchschnittlich 30 Prozent.

Die Umsätze legten mit einem Plus von 5,8 Prozent ebenfalls stark zu. "Wir haben aber eine Zweiklassengesellschaft. Vielen Unternehmen geht es wieder gut, einigen aber auch heute noch schlecht", sagt IWP-Direktor Karlheinz Küting. Während knapp zwei Drittel der Firmen Umsatz und Ergebnis steigerten, arbeiteten etliche unprofitabel: Der Umsatz stieg, doch die Gewinne fielen. Dies gilt etwa für Siemens, Metro, Tui und Henkel. "20 Prozent der Unternehmen erwirtschaften inzwischen zweistellige Renditen, aber über zehn Prozent weisen einen Verlust aus", sagt Thomas Kautzsch, Berater bei Mercer Management Consulting.

Erfolgreich sind vor allem Konzerne mit hohem Exportanteil. Sie profitieren von der florierenden Weltwirtschaft. Dieser Trend beflügelt beispielsweise den Chemiekonzern BASF und klassische Industriefirmen wie Salzgitter und Hochtief. Sie stechen mit prozentual zweistelligen Umsatzsteigerungen und einem Gewinnplus von mehr als 50 Prozent hervor.

Auffällig ist, dass die Kluft zwischen profitablen und nicht profitablen Firmen im MDax viel größer ist als im Dax. Bei den mittelgroßen Unternehmen wuchsen zwar die Firmengewinne viel stärker als im Dax. Dennoch gibt es im MDax mehr Ausreißer nach unten, wie die unbefriedigenden Geschäfte bei den Maschinen- und Anlagenbauern IWKA, Jenoptik und Gea zeigen.

Bleiben die Geschäfte hinter den Erwartungen zurück, trennen sich die Firmen von ihren angeschlagenen Sparten. Das gilt für IWKA, Jenoptik und Gea ebenso wie für MAN mit dem Verkauf der verlustreichen Bogendrucktechnik.

Am offensivsten geht Siemens vor: Nach dem Abstoß der Handysparte lagerten die Münchener die ebenfalls angeschlagene Kommunikationssparte in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia aus. Branchenkreise spekulieren zudem über den Verkauf der schlecht laufenden IT-Tochter SBS. Nachdem 2005 der Siemens-Gewinn um fast ein Drittel eingebrochen war, dürfte die Bilanz nun besser ausfallen.

Insgesamt sind die Experten für dieses Jahr optimistisch. Der Finanzdatenspezialist Factset-JCF erwartet, dass die MDax-Konzerne ihren Nettogewinn um 34 Prozent und die Dax-Unternehmen um 12,6 Prozent steigern. Letzteres wäre zwar eine Halbierung der Ergebnissteigerung im Jahr 2005, würde aber dennoch das dritte Gewinnrekordjahr in Folge bedeuten. "Die Prognosen sind stabil, mit Tendenz nach oben", hebt Carsten Klude von der Hamburger Privatbank M.M. Warburg hervor.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%