Karlheinz Küting und das Ertragsstärke-Ranking
Hintergrund: Ein Bilanzpapst untersucht Deutschlands Top-Konzerne

Professor Karlheinz Küting hat für das Handelsblatt die großen deutschen Aktiengesellschaften unter die Lupe genommen. Heraus gekommen ist ein aussagekräftiges Ertragsstärke-Ranking.

HB DÜSSELDORF. Karlheinz Küting mag keine Orden und Ehrenzeichen. Der Titel des "Bilanzpapstes" steht ihm trotzdem zu. Denn der 61-jährige Professor gilt in Deutschland als einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Rechnungslegung. Viele seiner ehemaligen Assistenten managen heute die Finanzen großer Dax-Konzerne.

Kütings Rat und seine Expertise sind in den Führungsetagen gefragt. Mehr noch: Der Direktor des Instituts für Wirtschaftsprüfung (IWP) an der Universität des Saarlands ist Herr über eine einzigartige Datenbank. Denn das Institut sammelt seit mehr als einem Jahrzehnt Geschäftsberichte und Zahlen über beinahe alle Unternehmen des Deutschen Aktienindexes. Und mit diesem Know-how haben Küting und seine Mitarbeiter in diesem Jahr erstmalig ein Ertragsstärke-Ranking für das Handelsblatt zusammengestellt.

Regelmäßig werden Küting und das Handelsblatt in Zukunft die Bilanzen deutscher Aktiengesellschaften untersuchen. Weiterer Partner des neuen "Handelsblatt Firmenchecks" ist die Unternehmensberatung Mercer Management. Die Analysen sollen die wahre Finanzlage der Unternehmen offen legen, die allzu gern von einigen Managern durch bilanzpolitische Maßnahmen verschleiert wird.

Das IWP untersucht mit Hilfe von vier Kennziffern die Ertragslage aller wichtigen, börsennotierten Unternehmen in Deutschland. Diese Kennziffern sind die Eigenkapitalquote, die Kapitalrendite "Return on Investment" (ROI), der Cash-Flow zum Gesamtumsatz und der Cash-Flow im Verhältnis zum Gesamtkapital. Das ergibt ein wesentlich differenzierteres Bild als die eindimensionale Betrachtung von operativen Ergebnissen oder Jahresüberschüssen.

» Firmencheck aufrufen: Alle Ergebnisse in fünf großen Tabellen.

Untersucht wurden 24 Dax-, 38 MDax-, 41 SDax- und 29 TecDax-Unternehmen, zusammen also 132 Geschäftsberichte aus dem Jahr 2004. Wegen der mangelnden Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse sind Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister ausgenommen.

Alle Kennziffern sind bereinigt und gewichtet. Ziel ist es, bilanzpolitische Einflüsse zu eliminieren, um so die tatsächliche Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Unternehmen darzustellen. Finanzchefs nutzen gern den Spielraum des Bilanzrechts, um - ganz legal - die Geschäftssituation besser darzustellen.

Die angewandten Bilanzierungsstandards haben keine direkte Auswirkung auf die Platzierung. Die meisten Unternehmen (84) haben inzwischen auf die neue internationale Norm IFRS umgestellt, vor allem kleinere Gesellschaften (16) bilanzieren teilweise noch nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB). 32 Gesellschaften wenden unter anderem wegen der Notierung in New York US-GAAP an. Bei jeder der vier untersuchten Kennziffern können die Unternehmen 250 Punkte erreichen, 1 000 ist damit die maximale Punktzahl.

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