Konzern profitiert vom Boom bei Rohstoffen
Glencore ist größtes Privatunternehmen Europas

Ein schweigsamer Riese hat es wieder an die Spitze der nicht-börsennotierten Firmen in Europa geschafft: Der Rohstoffhändler Glencore hat knapp 58 Mrd. Euro umgesetzt.

oli ZÜRICH. Wer bei der Firma mit Sitz im Schweizerischen Steuerparadies Baar bei Zug anruft, erhält die freundliche aber bestimmte Auskunft, dass man am Kontakt mit der Öffentlichkeit nicht interessiert sei.

Die Schweizer kosten die Privilegien einer privaten Gesellschaft aus. Was sie berichten könnten, sieht so aus: Das stürmische Umsatzwachstum des Unternehmens, das über 2 000 Mitarbeiter und Niederlassungen in 51 Ländern verfügt, ist vor allem das Ergebnis massiv gestiegener Rohstoffpreise. Glencore gehört zu 100 Prozent dem Management, an dessen Spitze der Deutsche Willy Strothotte als Verwaltungsratschef steht.

Strothotte hat Anfang der neunziger Jahre mit dem Amerikaner Marc Rich in den USA das Aluminiumwerk Ravenswood erworben. Nach ihrem Einstieg nahm die Zahl der Arbeitsunfällen in dem Werk drastisch zu. Als die Gewerkschaft mehr Sicherheit verlangte, sperrte die Werksleitung alle 1 700 Beschäftigten aus. Erst nach 19 Monaten gab die Schweizer Konzernspitze nach.

Der lange Arbeitskampf hatte Staub aufgewirbelt, es kam zu Konsumentenboykotts. Rich, der wegen Steuervergehen in den USA verfolgt wurde, trennte sich von seiner Firma. Die Marc Rich & Co AG wurde zur Glencore International AG.

Glencore ist Großaktionär beim Rohstoffproduzenten Xstrata, der in Zug seinen Sitz hat und bei dem Strothotte ebenfalls Verwaltungsratspräsident ist. Die Arbeitsteilung: Xstrata fördert Rohstoffe, die Glencore verkauft. Vergleichbare Beziehungen pflegt Glencore zu Century in den USA und Minara in Australien.

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