Reaktion auf Transparenzgesetz
Eon und Tui kürzen Ruhegehälter

Der gesetzliche Druck auf börsennotierte Konzerne, die Bezüge ihrer Vorstände transparent zu machen, zeigt Wirkung. So haben Eon und Tui ihre Pensionsregeln geändert. Bislang wurden ungekürzte Renten im Falle des vorzeitigen Ausscheidens gezahlt, nun sind sie bei Tui um 50 Prozent gekürzt, bei Eon sind die Zusagen jetzt abhängig von der Dienstzeit.

DÜSSELDORF. Zuletzt sorgte der Fall des 44-jährigen EnBW-Vorstandschefs Utz Claassen für Furore, der nach seinem Ausscheiden vollen Pensionsanspruch hat. EnBW vergleichbare Regeln gibt es wenn auch in abgeschwächter Form bei BASF, Thyssen-Krupp oder Volkswagen, berichtet der Vergütungsexperte Heinz Evers.

Bei Eon und Tui gelten die Regeln erst für Neuverträge ab dem Geschäftsjahr 2006, Altverträge bleiben unberührt. Evers wertet das Verhalten "als vorbeugende Korrektur bevor es Ärger mit den Aktionären gibt." 2006 waren die Konzerne erstmals per Vorstandsvergütungs-Offenlegungsgesetz (VorstOG) gezwungen, Auskunft über solche Zahlungsvereinbarungen mit Vorständen zu geben. Theodor Baums, Experte für Corporate Governance, fordert die Regierung auf, das Gesetz nachzubessern. Denn Abfindungen "können weiter in pauschalen Angaben über Ruhegehälter versteckt werden", sagte Baums dem Handelsblatt.

Der ehemaligen Kienbaum-Geschäftsführer Evers hat für das Handelsblatt die Transparenz der Dax-Konzerne bei Vorstandsbezügen untersucht. Ergebnis: Die Qualität ist außerordentlich stark gestiegen. Bis auf den Dax-Aufsteiger Merck gibt es kein Unternehmen, dass individualisierte Angaben verweigert. Spitzenreiter ist der Softwarekonzern SAP gefolgt von Bayer und Hypo Real Estate Merck hält die rote Laterne.

Dieter Fockenbrock
Dieter Fockenbrock
Handelsblatt / Chefkorrespondent
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