Segen und Fluch
Telekomkonzerne sind die großen Verlierer

Die Telekomkonzerne stellen einen traurigen Rekord auf: Bis auf eine große Ausnahme - Spaniens Telefónica - verzeichnen alle Anbieter unter Europas Top-50-Konzernen sinkende Gewinne. Das verwundert auf den ersten Blick, ist aber erklärlich.

DÜSSELDORF. Der Markt für schnelle Internetanschlüsse (DSL) boomt, Handys gehören mittlerweile in jede Westentasche. Und trotzdem sinken die Gewinne der Telekomkonzerne. Für die Betreiber von Mobilfunknetzen sind die vielen Kunden aber Segen und Fluch zugleich: Die Märkte in Westeuropa sind gesättigt und neue Nutzer kaum mehr zu gewinnen. Die Anbieter versuchen deshalb, sich gegenseitig die Kunden abzuwerben. Die Folge ist ein Preiskampf, den neue Billiganbieter wie Simyo in Deutschland noch verstärken. Der Kampf um Kunden wird also härter und teurer, weil auch die Werbekosten pro Kunden steigen.

Diese Gemengelage übt Druck auf die Margen und Gewinne aus. Besonders krass bekam das der britische Mobilfunker Vodafone zu spüren. Er musste den Wert seiner Töchter in Deutschland, Italien und der inzwischen verkauften Beteiligung in Japan wegen der sinkenden Renditen um etwa 50 Mrd. Euro senken und rutschte durch diese gigantischen Abschreibungen in die roten Zahlen.

Auch das boomende Geschäft mit schnellen Internetanschlüssen ist für die Telekomkonzerne keine Rettung. Auf dem DSL-Markt unterbieten sich bereits heute die Wettbewerber bei den Preisen. Der Grund: Sie wollen sich heute die Kunden sichern, denen sie morgen alle möglichen Dienste über den DSL-Anschluss verkaufen können. Die Renditen sind wegen des Preiskampfs, aber auch wegen nötiger Investitionen in den Ausbau des Breitbandnetzes deutlich geringer als in der herkömmlichen Telefonie.

Das dritte Standbein der großen Telekomanbieter, das klassische Telefongeschäft, steht gar ganz vor dem Aus. Den Ex-Monopolisten laufen hier die Kunden in Scharen davon - sie nutzen nur noch das Handy, wechseln zu billigeren Wettbewerbern oder telefonieren über das Internet.

"Der zunehmende Wettbewerb hat Preise und Margen in der Telekombranche spürbar reduziert", sagt Diethard Bühler, Zentraleuropa-Chef der Beratung Arthur D. Little. "Die Spirale verstärkt sich sogar noch: Die Kunden zahlen weniger, während die Unternehmen mehr investieren müssen, um sich zu differenzieren." Der Druck auf die Gewinne werde noch drei bis fünf Jahre anhalten, prognostiziert der Experte.

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