Standort-Ranking
US-Firmen schwören auf „Made in Germany“

Deutschland ist für US-Unternehmen nach wie vor ein attraktiver Standort, der in den vergangenen Jahren sogar noch ein wenig gewonnen hat. Die Firmen aus Übersee erwirtschaften hier Milliarden und beschäftigen hunderttausende Menschen. Erfahren Sie, welche Amerikaner ganz groß in Deutschland engagiert sind, aber auch warum einer sich komplett zurückzieht.

tel FRANKFURT. Das Lob über die Bundesrepublik kommt von Fred Irwin, Präsident der amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany). Großinvestitionen wie die von Chiphersteller AMD in die Produktion in Dresden sind für ihn ein Beleg dafür, aber auch die Tatsache, dass vergleichsweise junge Unternehmen wie Ebay in Deutschland mittlerweile den zweitgrößten Umsatz nach dem US-Markt erzielen. Ebay schaffte den Sprung in die Hitliste der 50 größten US-Unternehmen in Deutschland, die AmCham Germany am Mittwoch in Frankfurt vorstellte. Das Online-Auktionshaus belegt mit knapp 576 Mill. Euro Umsatz 2005 Platz 48 des Rankings.

Die Hitliste der größten US-Firmen in Deutschland wird wie im Vorjahr angeführt von der zu General Motors gehörenden Adam Opel GmbH, die 2005 auf einen geschätzten Jahresumsatz von 16 Mrd. Euro kommt. Der Mineralölkonzern Exxon Mobil (Esso) tauschte mit dem im vergangenen Jahr Zweitplatzierten Ford den Platz. Einen Sprung nach vorne schaffte General Electric. Der Mischkonzern arbeitete sich mit einem Jahresumsatz von neun Mrd. Euro vom siebten auf den vierten Platz vor. Erstmals unter den Top-Zehn ist der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble, der vor allem durch die Übernahmen von Gillette und Wella um drei Plätze nach vorne rutschte. Der Umsatz von 4,6 Mrd. Euro ist wegen der Übernahmen aber nur bedingt mit dem Umsatz 2004 von 2,6 Mrd. Euro zu vergleichen. Der Handelskonzern Wal Mart, der sich wegen seiner hohen Verluste aus Deutschland zurückzieht und seine Geschäfte an die Metro Group verkauft hat, liegt mit einem Umsatz von 2,5 Mrd. Euro noch auf Platz 14 der Hitliste. Wal Mart ist die bislang einzige US-Desinvestition in Deutschland, sagte Irwin.

Die Hitliste der größten US-Firmen in Deutschland weist die Netto-Umsätze von 2005 aus. Nicht berücksichtigt sind Banken und Finanz-Unternehmen sowie Private-Equity-Firmen. US-Finanzinvestoren haben in Deutschland nach Schätzungen der amerikanischen Handelskammer einen Bestand an Investitionen von mehr als 50 Mrd. Euro. "Amerikanische Firmen haben in Deutschland mehr investiert als in irgendeinem anderen Land der Welt", so die Handelskammer. Den Bestand an amerikanischen Investitionen schätzt AmCham auf 120 Mrd. Euro. Direkt damit verbunden seien 850 000 Arbeitsplätze.

Nicht alles ist eitel Sonnenschein

"Deutschland ist ein exzellenter, wenn auch etwas schwieriger Standort", sagte Irwin, der zugleich das operative Geschäft der Citigroup in Frankfurt leitet. Als Pluspunkte zählen für ihn unter anderem die gute Qualifikation der Arbeitnehmer, viele innovative Spitzenleistungen der Unternehmen sowie die hervorragende Infrastruktur. Verbessert hat sich seiner Ansicht nach die Einstellung der Bevölkerung, weniger nach dem Staat zu rufen, sondern mehr Eigenverantwortung zu zeigen. Kritisch sieht die amerikanische Handelskammer die "nicht sehr ausgeprägte Reformfähigkeit" unter anderem bei der Unternehmenssteuerreform.

Nach einer Umfrage des Beratungsunternehmens Boston Consulting Group unter den US-Firmen in Deutschland haben knapp 60 Prozent 2005 ihren Umsatz gesteigert, mehr als drei Viertel erwartet für das laufende Jahr weiteres Wachstum. 44 Prozent der Unternehmen wollen in diesem Jahr ihre Investitionen erhöhen, was allerdings nicht unbedingt zu mehr Beschäftigung führt. Zwar plant ein Drittel der US-Unternehmen, in diesem Jahr neue Arbeitsplätze zu schaffen. Dem gegenüber stehen aber 28 Prozent, die ihre Belegschaft reduzieren wollen. Hier zeigt sich der Wettbewerb Deutschlands mit den Niedriglohnländern im Osten oder in Asien.

Größter US-Arbeitgeber in Deutschland ist McDonald?s. Die Schnellrestaurantkette beschäftigt inklusive ihrer Franchise-Unternehmen mehr als 52 000 Mitarbeiter. Auf dem Plätzen zwei und drei folgen Ford und Adam Opel mit rund 25 000 beziehungsweise 24 000 Mitarbeitern. Die zehn größten US-Firmen in Deutschland beschäftigen 200 000 Menschen.

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