Sturz in Ungnade
Anlegers Ex-Liebling stürzt tief

Bis 2007 war Conti mehr als fünf Jahre lang der erfolgreichste Wert im Dax. Aber gemessen am Hoch vor einem Jahr hat sich der Aktienkurs fast halbiert. Alle vier wichtigen Kennziffern enttäuschen, am meisten das geringe Eigenkapital und die Kapitalrendite.

DÜSSELDORF. Die Finanzmärkte ahnen es schon lange: Der Reifenund Automobilzulieferer Continental zählt zu den größten Verlierern - an der Börse seit Monaten und nun auch im Ranking der Ertragsstärke. Alle vier wichtigen Kennziffern enttäuschen, am meisten das geringe Eigenkapital und die Kapitalrendite (Return on Equity, ROE).

Der Absturz vom Vorjahresrang 35 auf 88 resultiert vor allem aus den vielen Schulden nach der 11,4-Mrd.-Euro teuren Übernahme der Siemenssparte VDO. Der freie Cashflow sank nach einem Minus von 641 Mill. Euro im Jahr 2006 auf minus 10,6 Mrd. Euro. "Anleger beäugen die hohe Verschuldung kritisch", sagt Oliver Caspari vom Bankhaus Lampe.

Gemessen am Hoch vor einem Jahr hat sich der Aktienkurs fast halbiert. Bis 2007 war Conti mehr als fünf Jahre lang der erfolgreichste Wert im Dax. Jahr für Jahr überraschte der Reifenhersteller mit starken Zahlen und der enormen Geschwindigkeit, mit der er sich zu einem hochspezialisierten, margenstarken Automobilzulieferer wandelt.

Wie sehr nun aber VDO-Übernahme die Gesamtgeschäfte belasten, zeigte sich zuletzt wieder im ersten Quartal. Obwohl Conti seinen Umsatz um zwei Drittel auf 6,6 Mrd. Euro steigerte, blieb nur ein Nettogewinn von 180 Mill. Euro übrig. Im ersten Quartal 2007 hatte Conti noch 277 Mill. Euro Gewinn gemacht. Grund für den Rückgang sind hohe Zinslasten. Weil Conti den VDO-Kauf größtenteils fremdfinanzierte, stiegen die Nettofinanzschulden auf über zehn Mrd. Euro. Hinzu kommen Abschreibungen auf materielle Vermögenswerte.

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