Top 30: Afrika erlebt die Globalisierung im Zeitraffer

Top 30
Afrika erlebt die Globalisierung im Zeitraffer

Wirtschaftliche Highlights aus Afrika sind rar - mit Ausnahme von Südafrika. Aus diesem Vorzeigestaat stammen fast alle der 30 größten afrikanischen Unternehmen. Auf der Rangliste finden sich auch ein paar weltbekannte Namen. Das Wachstum ist teils gigantisch.

KAPSTADT. Afrikas einziges Industrieland nimmt eine Sonderstellung ein, die ihren Ausdruck auch in der Johannesburger Börse (JSE) findet, dem klaren Champion des Kontinents. Gegenwärtig bündelt die JSE fast 95 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung in Afrika südlich der Sahara. Die übrigen 14 Aktienmärkte spielen praktisch keine Rolle. Das erklärt, weshalb kein Unternehmen aus den Top 30 aus einem schwarzafrikanischen Land jenseits von Südafrika stammt. Und selbst wenn man den ganzen Kontinent berücksichtigt, also auch die Börsen in Nordafrika, dann bündelt Südafrika immer noch einen Börsenwert von über 75 Prozent.

Schon deshalb ist die Geschichte der Top 30 in Afrika eigentlich eine Geschichte der Unternehmenswelt am Kap. Die Dominanz Südafrikas ist unübersehbar. Wer durch Angola, Sambia oder Mosambik reist, trifft überall auf südafrikanische Mobilfunkanbieter, Supermarktketten oder den Pay-TV-Kanal M-Net.

Noch vor 20 Jahren, als in Südafrika Apartheid herrschte, war dies undenkbar. Während sich der Rest der Welt damals für die Ära des Freihandels rüstete, wurden im Rassenstaat unter dem Zwang zur Autarkie Strukturen geschaffen, wie sie in einer offenen Wirtschaft nie entstanden wären: Abgeschottet vom Rest der Welt, entstand hier eine Wirtschaft, die fast alles selbst produzierte und ihre Unternehmen mit hohen Zollschranken vor ausländischen Rivalen schützte. Daneben hinderten zahllose Kapitalexportkontrollen Südafrikas Konzerne daran, im Ausland zu expandieren.

Seit dem Ende der Isolation und der Wiedereingliederung Südafrikas in die Weltwirtschaft drängt es die Konzerne vom Kap umso stärker nach außen. Um international bestehen zu können, hat sie sich in Rekordzeit des firmenfremden Ballasts entledigt. Prominente Beispiele sind das Bergbauhaus Anglo American und der Brauereikonzern SAB Miller. Zwei fast ganz auf Südafrika fixierte Konzerne mutierten in nur zehn Jahren zu Weltunternehmen. Ihrer internationalen Ausrichtung entsprechend verlegten sie ihren Firmensitz und ihre Erstnotierung von Johannesburg nach London. Deshalb sind beide nicht in der Rangliste Afrikas vertreten.

Auch der Rohstoffkonzern Billiton (heute BHP Billiton), der Versicherer Old Mutual und das IT-Unternehmen Didata verlegten ihren Hauptsitz zur Jahrtausendwende an die Themse. Zum einen können sie in der britischen Finanzmetropole leichter Kapital zu günstigeren Konditionen aufnehmen, zum anderen sitzen die großen Investmentfonds gleich nebenan.

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