Top 50 der europäischen Privatunternehmen
Von wegen winzig

Ein weit verbreitetes Vorurteil über Familienunternehmen ist, dass sie kleine oder mittelgroße Betriebe sind. Doch weit gefehlt. Viele Familien haben Milliardenkonzerne aufgebaut. Handelsblatt.com verrät, wer wie groß ist. Die Top 50 Europas.

DÜSSELDORF. Das Familienunternehmen in ihrer Größe unterschätzt werden, hat der Forschungsverbund "International Family Enterprise Research Academy" in vielen europäischen Ländern beobachtet, auch in Deutschland. Hier zu Lande hat man den prägnanten Begriff des "Mittelstands" geschaffen, und der wird gerne als Synonym für Familienunternehmen verwendet - obwohl "Mittelstand" nur ein Teil der Sippe ist.

Unter den Familienunternehmen finden sich auch ausgesprochen große Firmen, wie das Handelsblatt-Ranking der 50 größten nicht börsennotierten Unternehmen in Europa zeigt. Sie sind überwiegend im Besitz von Familien und Stiftungen oder werden zumindest von ihnen dominiert. Ihr summierter Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 846 Mrd. Euro, die Spanne der Erlöse reicht von 4,4 Mrd. bis hin zu 77,1 Mrd. Euro.

Wie in den Jahren zuvor haben diese Firmen auch 2005 bewiesen, dass ihre Position abseits der Börse kein Nachteil sein muss. Im Gegenteil: Das durchschnittliche Umsatzwachstum lag sogar über dem der börsennotierten Konkurrenten. Die 50 größten europäischen Privatunternehmen wuchsen im Schnitt um 9,3 Prozent, der Durchschnittswert der Top- 500-Unternehmen an der Börse lag bei 8,5 Prozent.

Private sind die stillen Riesen in Europa. Vielfach liegt das daran, dass sie selbst keine Öffentlichkeit wollen. Das gilt etwa für die Nummer eins des Rankings, den Schweizer Rohstoffhändler Glencore. Der Konzern hat eine ganz besondere Besitzerfamilie - nämlich das eigene Management: Glencore gehört den Führungskräften um den deutschen Verwaltungsratschef Willy Strothotte.

Wie bei richtigen Familienunternehmen gibt es bei den Schweizern damit eine enge Verbindung zwischen persönlichem Vermögen und der Unternehmensführung. Diese Kopplung ist aus Sicht vieler Fachleute ein wichtiger Grund dafür, dass Privatunternehmen oft besser abschneiden als Börsenkonzerne, deren Management finanziell nicht so eng mit der Firma verwoben ist.

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