US-Firmen
Megafusionen bei der Telefonie

In der US-Telekombranche ist das Übernahmefieber ausgebrochen. 2006 will AT&T Bell South übernehmen. Es entsteht ein Gigant mit 70 Millionen Telefon- und mehr als zehn Millionen Breitbandinternetkunden. Und es dürfte nicht die letzte Übernahme gewesen sein.

HB NEW YORK. Die US-Telekombranche ist im Übernahmefieber. Gleich zwei Megafusionen machten 2005 Schlagzeilen. Und schon der erste Zukauf in diesem Jahr stellt die Fusionen des vergangenen Jahres in den Schatten: AT&T will Bell South übernehmen - der Preis von 67 Mrd. Dollar übertrifft die Gesamtsumme der Abschlüsse von 2005. Es entsteht ein Gigant mit 70 Millionen Telefon- und mehr als zehn Millionen Breitbandinternetkunden. Und es dürfte nicht die letzte Übernahme gewesen sein.

Die Fusionen scheinen eine 20 Jahre alte Entwicklung umzukehren: 1984 spaltete sich Amerikas Telefonmonopolist AT&T unter dem Druck der Wettbewerbsbehörden auf in einen Anbieter von Ferngesprächen - AT&T, auch "Ma Bell" genannt - und eine Reihe lokaler Telefongesellschaften, die "Baby Bells". Zwei Jahrzehnte wagte niemand, an den neuen Wettbewerbsverhältnissen zu rütteln. Doch 2005 wurden aus sechs Baby Bells vier; wenn die Wettbewerbshüter AT&T die Übernahme von Bell South erlauben, bleiben drei.

Anfang 2005 kaufte "Baby Bell" SBC für 16 Mrd. Dollar die alte "Ma Bell" AT&T und nahme deren Namen an. Im Herbst gewann dann Verizon gegen Konkurrent Qwest den Kampf um MCI - mit zahlreichen Geschäftskunden ein attraktives Übernahmeziel. Verizon musste das ursprüngliche Angebot um 25 Prozent auf 8,5 Mrd. Dollar aufstocken. Analysten sehen Chancen, dass bald nur noch zwei übrig sind.

Neu ist, dass keine dieser Übernahmen den Wettbewerbsbehörden viel Kopfzerbrechen bereitet hat. Denn Telekommunikation bedeutet längst nicht mehr nur Reden über's Festnetz. "Wir haben dramatische Veränderungen in der Branche in den vergangenen 20 Jahren gesehen", sagt Jeff Kagan, ein Analyst aus Atlanta.

Die Festnetzanbieter verlieren beständig Kunden an Mobilfunker - immer mehr Haushalte geben die Leitung auf und telefonieren nur noch mit dem Handy. Sinkende Tarife und stabile Netze machen dies möglich. Der Marktforscher CTIA schätzt die Zahl der US-Haushalte ohne Festnetzverbindung auf fast 13 Millionen. Auch das Telefonieren über das Internet gewinnt dank Anbietern wie Skype und Vonage Freunde.

Seite 1:

Megafusionen bei der Telefonie

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%