
HB BERLIN. Der Anstieg der Arzneimittelausgaben hat sich trotz der Spargesetze ungebremst fortgesetzt. Die Medikamente-Kosten für die gesetzlichen Krankenkassen stiegen im vergangenen Jahr um 4,8 Prozent auf 32,4 Mrd. Euro. Das geht aus dem Arzneiverordnungs-Report 2010 hervor.
Nach Angaben der Herausgeber könnten 9,4 Mrd. Euro im Jahr gespart werden. Denn in Deutschland seien patentgeschützte Arzneimittel und Nachahmer-Medikamente (Generika) 50 bis 100 Prozent teurer als in anderen europäischen Ländern. Seit 1993 seien die Umsätze der Patent-Arzneimittel von 1,6 auf 13,2 Mrd. Euro angestiegen.
Vor drei Jahren seien zwar erstmals Höchstbeträge für diese teuren Mittel eingeführt worden. Doch geändert habe sich nichts. Derzeit plant die Koalition eine Nutzenbewertung für diese Patent-Arzneimittel, die zur Grundlage für Rabattverhandlungen zwischen Kassen und Herstellern gemacht werden soll.