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ADAC-Markencheck: „Ihr seid ja kein Autoclub mehr, ihr seid ja ein Puff“

Er ist mehr als nur ein Club: Der mächtige ADAC-Konzern mit seinen 18 Millionen Mitgliedern. Die ARD hat sich im Markencheck den gelben Engel vorgenommen – dabei kam teilweise Erstaunliches zutage.

Von der ARD gecheckt: die gelben Engel des ADAC. Quelle: ARD
Von der ARD gecheckt: die gelben Engel des ADAC. Quelle: ARD

DüsseldorfNachdem sich das Erste am vorvergangenen Montag zum Auftakt der dritten Runde seiner populären Markenchecks die beiden Supermarktketten Edeka und Rewe vorgenommen hatte, prüfte der Sender am Montagabend zur gewohnten Sendezeit um 20.15 Uhr Deutschlands größten Automobilclub, den ADAC, auf Herz und Nieren.

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Dabei wollen die Macher der 45-minütigen TV-Doku nicht nur wissen, wie mächtig der Konzern ist und wessen Interessen er vertritt. Sie stellen auch die Frage, wie er mit seinen Angestellten umgeht und wie unabhängig die vom ADAC durchgeführten Tests wirklich sind. Auch der hochgelobte Pannenservice wird auf die Probe gestellt.

Mitgliederstärkste Vereine in Deutschland (2012)

Los geht es diesmal nicht mit einem Experiment in der Fußgängerzone, sondern mit den beiden kompliziert gebrochenen Oberarmen von Georg Dahl. Das ADAC-Mitglied musste nach einem Badeunfall am Strand von La Gomera zwei Tage ohne adäquate ärztliche Versorgung ausharren. Bis ihn die „gelben Engel“ in einer Linienmaschine von der kanarischen Insel nach Hause geholt und ins Krankenhaus gebracht haben. „Ich wüsste nicht, was passiert wäre, wenn wir den ADAC nicht gehabt hätten.“

Die „gelben Engel“ als Retter in der Not. Das Kerngeschäft des Automobilclubs ist aber die Pannenhilfe. Mehr als vier Millionen Einsätze gibt es durchschnittlich im Jahr. Mit versteckter Kamera will das Markencheck-Team herausfinden, ob der ADAC dabei am schnellsten ist und am besten repariert.

Autoclub Bilanz ADAC bleibt Deutschlands reichster Autoclub

Der ADAC ist ein weitverzweigtes Unternehmen mit 18 Millionen Mitgliedern.

Beim Wettbewerb der Pannenhelfer tritt der ADAC zunächst am Rand einer Großstadt gegen zwei andere Organisationen an. Dabei sind drei Teams mit drei Fahrzeugen unterwegs, die absichtlich von einem Kfz-Experten lahmgelegt wurden. Die Aufgabe der ahnungslosen Pannenhelfer: Sie müssen herausfinden, dass zwei Sicherungen manipuliert und ein Batteriekabel abgezogen wurde. Fehler, die man eigentlich sofort erkennen sollte, meint der Experte.

Die getesteten Pannenhelfer im Überblick

  • ADAC

    Im Jahr 2011 hatte der ADAC gut 4,1 Millionen Einsätze. Für den Club arbeiten 1800 eigene Pannenhelfer. Ein Drittel davon sind Kfz-Meister, die mindestens vier Mal jährlich zur Schulung müssen.

    Bei der einfachsten Mitgliedschaft gibt es für 60,60 Euro im Jahr gibt es Pannenhilfe in Deutschland und der Partner ist mitversichert. Es gibt aber keinen Rücktransport aus dem Urlaub; der würde extra kosten.

  • ACE

    Die Helfer vom Autoclub Europa rückten im Jahr 2011 rund 100.000 Mal aus. Die Organisation arbeitet mit Vertragswerkstätten, Schulungen müssen nachgewiesen werden, eine feste Zahl gibt es aber nicht. Eine einfache Mitgliedschaft und europaweite Pannenhilfe gibt es für 59,70 Euro im Jahr, Partner und Kinder sind mitversichert und ein Krankenrücktransport ist ebenfalls dabei.

  • AVD

    Der Automobilclub von Deutschland macht keine Angaben zur Anzahl der Einsätze. Er arbeitet in einer ähnlichen Struktur wie der ACE, also mit Vertragswerkstätten. Kosten: 59 Euro im Jahr, inklusive weltweiter Pannenhilfe. Zwar ist der Partner nicht mitversichert, ein Krankenrücktransport ist hingegen dabei.

Als erster hat der ADAC gut 48 Minuten nach dem Anruf alle Fehler beseitig und sogar noch ein Gebläse repariert, von dem niemand wusste, dass es kaputt war.

Der ACE-Helfer findet zwar die kaputte Sicherung, nicht aber das lose Batteriekabel. Immerhin bringt er den Wagen notdürftig zum Laufen. Doch statt weiter nach dem Fehler zu suchen, schickt er den Fahrer in die nächstgelegene Vertragswerkstatt.

An andere Stelle wartet ein drittes Reporterteam nach 58 Minuten noch immer auf den AVD. Erst nach über einer Stunde biegt dann ein großer Abschleppwagen um die Kurve, dessen Fahrer nicht lange rumfackelt und, „Wahrscheinlich ein technischer Defekt, da kann ich ohne Schaltpläne nichts machen“ abschleppt.

Urteil: Der ADAC als Retter in der Not ist verlässlich.

  • 15.01.2013, 08:15 Uhrflor41

    Der ADAC als "Arbeitgeber" hat mich empoert. Wie sagt man so schoen "Mitgefangen - Mitgehangen", die 'Mutter' in Muenchen sollte VOLL zur Verantwortung/Haftung gezogen werden! Ich versichere, dann 'klappt' es auch mit den "Toechtern".

  • 15.01.2013, 08:30 UhrArn

    netter Versuch der ARD, das Unternehmen schlecht darzustellen und so denn unliebsamen Gegner zu schwächen. Klar, da spricht zuviel Volk. Fakt ist, wenn ADAC nicht wäre, hätten wir heute schon die PKW Maut! Drum, bitte liebe private Sender, testet von frühg bis spät, die öffentl. Rechtlichen sendern und bringt das ebenfalls 20:15!

  • 15.01.2013, 08:34 UhrArn

    "Laut Dudenhöffer verliert der Club aber dadurch an Glaubwürdigkeit. „Weil der ADAC pausenlos die Autofahrer dazu aufruft, bei freien Tankstellen zu tanken und pausenlos gegen die Mineralölindustrie wettert, aber dann auf der anderen Seite scheinheilig zu seinen Mitgliedern geht und sagt: Tankt bei Shell, dann kriegt ihr einen Cent geschenkt.“

    naja wie will man Gutscheine für freie Tankstellen Deutschlandweit ausgeben? Die die es in Hamburg gibt,gibt es nicht in München. Shell dagegen in ganz Deutschland...

    Das eine hat mit dem anderen nix zu tun.

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