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25.10.2007 

Tatsächlich verdiente Agfa Photo nach der Abspaltung weitaus weniger Geld, als vom Verkäufer vorausgesagt. Dass Emans angesichts der blumigen Planzahlen auf eine bereits ausgehandelte Kreditlinie über 50 Mill. Euro verzichtete, erwies sich bald als liquiditätsgefährdender Fehler. „Wir gehen dem mit großem Interesse nach“, kündigt nun Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier an.

Der Kölner Rechtsanwalt lastet dem Agfa-Gevaert-Chef weitere Verfehlungen an. Verhoeven habe Agfa Photo eine von Wirtschaftsprüfern geforderte Eigenkapitalerhöhung über 60 Mill. Euro trickreich vorenthalten. Die fehlenden Mittel will er nun nachträglich einklagen. Darüber hinaus droht dem Vorstandschef noch weitaus größeres Ungemach. Ohne dieses Loch bei der Eigenkapitalausstattung, heißt es in Kreisen des Gläubigerausschusses, wäre es kaum zu einer Insolvenz von Agfa Photo gekommen. Insolvenzverwalter Ringstmeier arbeite deshalb aktuell an einer Schadensersatzklage gegen den ehemaligen Mutterkonzern. Dieser soll nach seinem Willen für sämtliche insolvenzbedingten Schäden der Gläubiger aufkommen.

Offiziell will Ringstmeier sich dazu nicht äußern. Fest steht aber: Die Gesamtforderungen der Gläubiger belaufen sich auf 250 Mill. Euro, nur 80 Mill. Euro aber dürften ihnen nach der Zerschlagung von Agfa Photo übrig bleiben. Die Höhe des Schadensersatzes beliefe sich demnach auf 170 Mill. Euro – für Verhoeven, der zunächst versichert hatte, nicht von der Agfa-Photo-Pleite betroffen zu sein, eine harte Nuss.

Agfa-Gevaert weist die Vorwürfe zurück – wie auch die Nachforderungen des Insolvenzverwalters. Die damalige Kapitalerhöhung sei durch unabhängige Wirtschaftsprüfer und das zuständige Gericht geprüft und akzeptiert worden.

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