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09.07.2008 
Ermittlungen gegen Hunold eingestellt

Air Berlin: Vorstandschef steht nicht mehr unter Insiderverdacht

Air-Berlin-Chef Joachim Hunold steht nach Angaben des Unternehmens nicht mehr unter dem Verdacht des Insiderhandels. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart habe ihre Ermittlungen gegen Hunold nach mehr als einem Jahr mangels Tatverdachts am Dienstag eingestellt, teilte Air Berlin am Mittwoch mit.

HB FRANKFURT. In dem Verfahren habe sich herausgestellt, dass ein Stuttgarter EDV-Unternehmer, der die Ermittlungen ins Rollen gebracht hatte, anders als behauptet keine Kenntnis von Insiderinformationen gehabt habe. Auch die Ermittlungen in der gleichen Sache gegen Aufsichtsratschef Johannes Zurnieden und drei weitere Manager seien eingestellt.

Mitte Juni 2007 hatte die Staatsanwaltschaft Stuttgart die Berliner Firmenzentrale von Air Berlin und weitere neun Objekte in ganz Deutschland durchsuchen lassen. Hunold war beschuldigt worden, ein Jahr zuvor internes Wissen über die Übernahme der Münchener Fluggesellschaft dba gezielt zum Kauf von Aktien des eigenen Unternehmens genutzt zu haben. Der Vorstandschef hatte kurz nach dem Börsengang von Air Berlin im Mai 2006 Aktien für 470 000 Euro gekauft - während die Verhandlungen über die dba bereits liefen.

Hunold hatte erklärt, er habe mit dem Kauf - der öffentlich gemeldet worden war - nur ein Signal angesichts sinkender Kurse setzen wollen. Außerdem hätten die dba-Gespräche bis zu deren Abschluss Mitte August 2006 mehrfach zu scheitern gedroht. Geschäfte mit Wertpapieren, die auf vertraulichen Informationen beruhen, sind nach dem Wertpapierhandelsgesetz unzulässig. „Die Ermittlungen waren für mich, meine Familie und meine Kollegen eine schwere Belastung“, sagte Hunold am Mittwoch. Er besitze die damals gekauften Aktien immer noch. Ihr Kurs ist in den vergangenen zwölf Monaten von mehr als 17 auf weniger als vier Euro eingebrochen.

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