DüsseldorfDeutschland bleibt am Boden – mal wieder. Der Lufthansa droht heute der größte Streik der Konzerngeschichte, am neuen Hauptstadtflughafen in Berlin werden wohl bis Oktober 2013 keine Flugzeuge starten. Die geplante Eröffnung könnte heute erneut verschoben werden. Für die großen deutschen Fluggesellschaften Lufthansa und Air Berlin kommen die Hiobsbotschaften zur Unzeit. Ihre groß angelegten Sparprogramme drohen angesichts der neuesten Entwicklungen zu verpuffen, der Ausblick ist düster.
Für die Lufthansa ist im Tarifkonflikt nach eigenen Angaben schon jetzt ein Millionenschaden entstanden – und weitere Millionenkosten dürften hinzukommen. Die Fronten sind verhärtet. Seit einem Jahr ringen die Gewerkschaft Ufo und die Lufthansa um einen neuen Tarifvertrag. Die Lufthansa hatte noch am Mittwoch angeboten, einen Schlichter einzusetzen. Dafür will die Lufthansa in den Verhandlungen aber nur unter der Bedingung, dass dann nicht über Leiharbeit und die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Tochtergesellschaften verhandelt wird. Ein Angebot, das die Gewerkschaft ablehnte – auch aus Furcht, dass ab Januar Arbeitsplätze in eine neue Gesellschaft ausgelagert werden könnten. Auf den defizitären Kurzstrecken will die Lufthansa ihre Tochtergesellschaft Germanwings mit der Sparte Lufthansa Direct Services zusammenlegen.
Sie sind klein, aber schlagkräftig. In der Luftfahrt, aber auch bei der Bahn und den Medizinern gibt es erfolgreiche Spartengewerkschaften. Einige Beispiele.
Der „Verband der Verkehrsflugzeugführer und Flugingenieure in Deutschland“ setzt sich für die Interessen von rund 8200 Cockpit-Besatzungsmitgliedern aus allen deutschen Airlines und von Verkehrshubschrauberführern ein.
Zu den knapp 4000 Mitgliedern gehören Lotsen in den Towern, bei der militärischen Flugsicherung und bei den Vorfeldkontrollen. Wenn die Lotsen ihre Arbeit niederlegen, müssen tausende Flugreisende am Boden bleiben.
Nach eigenen Angaben ist sie in Deutschland die einzige Gewerkschaft, die sich ausschließlich für das fliegende Kabinenpersonal einsetzt. Die UFO hat mehr als 10.000 Mitglieder.
Sie hat rund 34.000 Mitglieder und ist Tarifpartner der Deutschen Bahn und mehrerer Privatbahnen. Nach eigenen Angaben organisiert sie mehr als 80 Prozent der Lokomotivführer und zahlreiche Zugbegleiter.
Nach eigenen Angaben ist sie die einzige tariffähige Ärztegewerkschaft in Deutschland. Sie hat mehr als 110.000 Mitglieder und kämpft unter anderem für bessere Arbeitsbedingungen sowie eine leistungsgerechte Vergütung in Krankenhäusern.
Zu mehr Zugeständnissen ist aber die Lufthansa nicht bereit. Denn bald stehen neue Tarifverhandlungen mit Piloten und Bodenpersonal an. Zu hoch ist das Risiko, dass ein hoher Tarifabschluss die Begehrlichkeiten anderer Berufsgruppen wecken könnte und das gegen alle Widerstände durchgesetzte Sparprogramm „Score“ in Gefahr gerät. Bis 2014 sollen anderthalb Milliarden Euro eingespart werden. Daher wird nun weiter gestreikt – auf dem Rücken der Passagiere.
Über 100.000 Lufthansa-Kunden sind heute vom Streik betroffen. Von den eigentlich geplanten etwa 1800 Flügen dürften wohl 1200 entfallen. Nur die Billigtochter Germanwings kann wohl wie geplant starten, dort wird nicht gestreikt. „Wir versuchen, innerdeutsche Passagiere auf die Bahn umzubuchen“, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Donnerstag. Darum rüstet die Bahn auf. „Bei Bedarf werden wir alles, was uns an rollendem Material zur Verfügung steht, auf die Schiene bringen“, sagte ein Bahn-Sprecher.
Schon die reine Zahl der zusätzlichen Passagiere lässt die Befürchtung steigen, dass das Chaos an den Flughäfen sich zu einem Chaos an den Bahnsteigen ausweiten könnte. Auf jeden Fall sei am Freitag mit einem erhöhten Fahrgastaufkommen in den Zügen zu rechnen, warnte die Bahn. „Reisenden wird eine Sitzplatzreservierung empfohlen.“
Die Profiteure des Streiks könnten ausgerechnet die Konkurrenten sein, denen die Lufthansa mit dem Sparprogramm die Stirn bieten wollen. Etliche Stammkunden müssen auf der Langstrecke auf die arabischen Airlines Emirates und Etihad ausweichen. Während der deutsche Marktführer sich im Arbeitskampf zerreibt, genießen die arabischen Airlines die politische und finanzielle Rückendeckung ihrer Herkunftsländer.
Air France (Frankreich) - 49,7 Millionen Passagiere
Die Franzosen leiden unter dem schwachen Geschäft in Europa und können ihren Platz in der Top 10 nur knapp behaupten. Billig-Airlines und Kerosinpreise verhageln das Geschäft. Nun erwägen sie sogar eine Kooperation mit dem aufstrebenden arabischen Konkurrenten Etihad einzugehen, um der Lufthansa ihren Spitzenplatz abzujagen.
United Airlines (USA) - 50,4 Millionen Passagiere
Mit 3500 Flügen am Tag gehört die Airline seit ihrer Fusion mit Continental zu den größten Fluggesellschaften in Nordamerika. Die Amerikaner fliegen ca. 700 Ziele in 127 Ländern weltweit an.
US Airways (USA) - 52,9 Millionen Passagiere
Einst als reine Logistik-Fluggesellschaft gegründet, transportieren die Amerikaner mittlerweile so viele Passagiere wie Südafrika Einwohner hat. Weltweite Bekanntheit erlangte die Airline im Jahr 2011 durch eine spektakuläre Notlandung im Hudson River. Gemeinsam mit American Airlines steigt die Fluggesellschaft bald zur größten der Welt auf.
China Eastern Airlines (China) - 53,9 Millionen Passagiere
Mitte 2011 wurde die chinesische Airline ins SkyTeam aufgenommen. Die 285 Flugzeuge steuern im wesentlichen Ziele im Inland an, aber auch Flughäfen in Nordamerika, Europa und Australien. Größter Anteilseigner der Fluggesellschaft ist die chinesische Regierung.
Lufthansa (Deutschland) - 63 Millionen Passagiere
Die größte deutsche Fluggesellschaft macht rund 75 Prozent ihrer Umsätze im Passagiergeschäft. Das Geschäft im Heimatmarkt wird derzeit getrübt durch die Schuldenkrise. Zuletzt musste die Airline sogar einen Verlust ausweisen. Nun soll gespart werden.
Ryanair (Irland) - 76,4 Millionen Passagiere
Ryanair-Chef Michael O'Leary ist berühmt für seine ausgeflippten Auftritte. Durch seine Billigstrategie sind die Iren mittlerweile die größte Fluggesellschaft Europas. Zuletzt wurden wollten die Iren erneut den heimischen Konkurrenten Aer Lingus übernehmen.
China Southern (China) - 80,5 Millionen Passagiere
Asiens größte Fluggesellschaft verfügt über eine Flotte von 360 Maschinen - darunter auch ein Airbus A380. Damit soll die Expansion noch lange nicht abgeschlossen sein, soll die Flotte in den kommenden Jahren um 121 Flugzeuge ausgebaut werden.
American Airlines (USA) - 86,1 Millionen Passagiere
Bronze geht an die Silberpfeile am Himmel. Dabei musste die Fluggesellschaft Ende 2011 Insolvenz anmelden. Durch die Fusion mit US Airways übernimmt die Airline bald wieder die Spitze in den USA.
Southwest Airlines (USA) - 110,5 Millionen Passagiere
Die bunten Texaner sind die größte Inlandsfluggesellschaft der Welt. Nachdem die Passagierzahl in der Finanzkrise zuletzt heftig gesunken war, erreichte sie 2012 wieder ein Rekordniveau weit über der 100-Millionen-Marke. Nur eine einzige Airline transportierte mehr Passagiere.
Delta Airlines (USA) - 113,7 Millionen Passagiere
Die Amerikaner sind noch die größte Fluggesellschaft der Welt - müssen ihren Titel aber bald abgeben. 752 Flugzeuge gehören zur Flotte, weitere 125 sind bestellt.

Wen man über unsere moderne Welt nachdenkt, landet man automatisch beim Geld. Befasst man sich mit der Weltgeldfinanzwirtschaft, landet man bei Goldman Sachs. Befasst man sich mit der Geschichte, weiß man, warum das so ist. Ob sich jemand davon verängstigt fühlt, hängt von dessen Charakterstruktur und dessen Wissen ab.
Meine Erkenntnisse gehen noch viel weiter und tiefer als sie vielleicht glauben. Darum habe ich keine Angst.
Das ändert aber nix an der Tatsache, dass wir nun alle in einer Finanzdiktatur leben. Der berechtigte Streik als solches ist nur der verzweifelte Versuch, dagegen anzukämpfen.
Wir leben in interessanten Zeiten und es wird noch richtig spannend werden.

pedrobergerac
Was ist Bildung?
Erfassung von Sachverhalten und entsprechende Einschätzung.
Sie brauchen keine Bildung: Ihnen reicht Ihre Einschätzung von Goldman und werweißwas aus.
Nicht Wissen ist das Problem.
Sie wissen schon wieder so viel, dass Sie damit auch nichts anfangen können, als auf Ihren Ängsten auszuglitschen.
Kann das reichen?
Ihnen scheint das vollkommen auszureichen.
Vielen anderen auch.
Mit einer realistischen Einschätzungen hat das ungefähr soviel zu tun wie mit Ihrem Bewußtsein dessen was Sie für "erkannt" zu haben glauben.

Wir alle verlieren unser Geld an Goldman Sachs. Und nicht nur das. Wir haben unsere Freiheit verloren.
http://www.welt.de/politik/ausland/article109064986/Draghi-von-Schaeuble-fuer-Euro-Verdienste-geehrt.html
Dagegen sollten wir alle streiken.
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