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Amazon-Chef Bezos: „Nachahmer-Produkte funktionieren nicht“

Amazon-Chef Jeff Bezos hat gerade das neue E-Book-Lesegerät Kindle an den Start gebracht. Im Interview spricht er über den Wettbewerb im Tablet-Markt, seine Einkaufsgewohnheiten und Erfahrungen in der Amazon-Hotline.

Amazon-Chef Jeff Bezos zeigt das neue Kindle Fire. Quelle: Reuters
Amazon-Chef Jeff Bezos zeigt das neue Kindle Fire. Quelle: Reuters

Herr Bezos, wenn sie Verkäufer wären, wie würden sie uns überzeugen, als Tablet einen Kindle Fire HD kaufen?

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Für uns ist es ein Service und kein rein technisches Gerät. Wir machen eine tolle Hardware mit einem schnellen Prozessor, es ist das erste Tablet mit gutem Stereo-Sound, das Display spiegelt kaum. Aber der wichtigste Punkt ist, dass wir nicht versuchen, Geld mit dem Gerät selbst zu verdienen, sondern es praktisch zum Produktionspreis abgeben. Wir hoffen, das Geld mit der Zeit hereinzubekommen, wenn Kunden Bücher, Musik oder Apps kaufen.

Bekannte US-Fachleute wie David Pogue oder Walt Mossberg waren allerdings von dem Gerät nicht sonderlich begeistert und wiesen in ihren Rezensionen auf diverse Schwächen hin...

Wenn man sich das Gesamtbild der Rezensionen anschaut, bin ich zufrieden. Unser Ansatz ist anders als bei den anderen, wir setzen auf das Amazon-Ökosystem mit dem besten E-Book-Store, einem großen Musik-Shop und einer starken App-Auswahl. Und das Gerät verkauft sich extrem gut.

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Der nächste Versuch, bitte: Die Chancen stehen gut, dass sich E-Books in Deutschland durchsetzen. Die Geräte werden immer billiger, das Textangebot wächst. Die Branche steht vor einem radikalen Umbruch.

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Aber sie sagen nie, wie gut eigentlich genau. Warum?

Wir haben mitgeteilt, dass wir auf dem amerikanischen Tablet-Markt einen Anteil von 22 Prozent haben - und der Kindle Fire ist erst seit elf Monaten auf dem Markt. Aus meiner Sicht ist es ein großer Markt mit Platz für mehrere Gewinner.

Was war der Punkt, an dem Sie gesagt haben: Wir machen ein Tablet?

Das war vor ungefähr zwei Jahren. Unsere E-Book-Reader verkauften sich sehr gut und wir wollten den Kunden zusätzlich ein Gerät mit mehr Funktionen anbieten. Mit der schwerste Teil des Geschäfts ist, ein Ökosystem aufzubauen - das hatten wir da schon. Der Hauptgrund, warum Dutzende Android-Tablets am Markt gescheitert sind, war, dass dahinter kein Ökosystem stand. Man kann zum Beispiel einfach kein Tablet ohne einen Musik-Shop anbieten. Dank dem Kindle hatten wir zudem acht Jahre Erfahrung, wie man ein Gerät baut.

Wie schwer war es, als Online-Händler auch zum Gerätehersteller zu werden?

Als wir vor acht Jahren mit der Entwicklung des Kindle anfingen, haben uns viele gesagt: "Schuster, bleib bei Deinen Leisten". Aber das Problem mit einem solchen Ansatz ist, dass man nicht mit den Anforderungen der Kunden wächst. Und dafür muss man auch neues lernen. Jedenfalls, das erste, was wir beim Einstieg in das Geschäft gemacht haben, war, uns einen Manager zu holen, der sein ganzes Leben lang Hardware gebaut hat.

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