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Neue Betriebe in Koblenz und Pforzheim

Das neue Logistikzentrum in Pforzheim: 1000 Menschen sollen hier langfristig eine unbefristete Stelle bekommen. Quelle: dpa
Das neue Logistikzentrum in Pforzheim: 1000 Menschen sollen hier langfristig eine unbefristete Stelle bekommen. Quelle: dpa

Die regionale Arbeitsbehörde schweigt indes. Eine Anfrage Ende Oktober bei der Arbeitsagentur in Nordrhein-Westfalen, wie viele dieser MAGs in diesem Jahr wieder genehmigt werden, läuft ins Leere. Eine Antwort kommt stattdessen aus der Zentrale in Nürnberg: „Zahlen gibt es nicht.“

Und was geschieht in Koblenz und Pforzheim? Dort startete Amazon erst vor wenigen Wochen mit dem Betrieb neuer Logistikzentren. Jeweils 1000 Menschen sollen dort langfristig eine unbefristete Stelle bekommen, hat das Unternehmen den Bürgermeistern versprochen. Und zur Hochsaison, also um Weihnachten herum, sind an beiden Standorten nochmals 2000 befristete Saisonkräfte vorgesehen. Nach der harschen Kritik halten sich einige Arbeitsagenturen und Jobcenter offensichtlich mit ihren großzügigen Zusagen an Amazon zurück. Aus Koblenz und Pforzheim verlautet jedenfalls, dass die umstrittenen MAGs, wenn überhaupt, nur noch in Einzelfällen genehmigt würden.

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Für Amazon drängt die Zeit. Je näher das Weihnachtsfest rückt, umso mehr Picker und Packer braucht das Unternehmen. Zwei Millionen Artikel verließen im vergangenen Jahr die Warenlager - an einem einzigen Tag, genauer: am 19. Dezember 2011. 660 Lastwagen schickte Amazon an diesem Tag auf die Straßen. Das war Rekord. Und um den zu bewältigen, müssen alle sieben Logistikzentren personell gewaltig aufgebläht werden. Wie schon in den vergangenen Jahren will der Konzern mindestens 10000 Menschen zusätzlich beschäftigen, aber eben nur für ein paar Wochen. Doch jede Flexibilität hat ihre Grenzen. Deshalb ändert Amazon jetzt die Strategie.

  • 26.11.2012, 17:31 UhrSylvia

    Hallo @ geht mir auch so,

    Mit Textilien waren wir immer schon heikel. Mein Mann hat den Niedergang der Textilindustrie noch hautnah als Betriebsrat mit erlebt.

    Leider kommt man auch als kritischer Kunde diesem Globalisierungswahn nicht mehr so einfach aus. Mir scheint, vermehrt fehlt sogar jedes „made in“-Etikett an Textilien? Außerdem wird das „made in“ eh mehr als großzügig ausgelegt. Was der Kunde nicht weiß / wissen darf, kann er schwer meiden.

    Das höchste, was mir bisher unterkam: „designed in Germany, made in Bangladesh“. Erste Worte groß und deutlich, „made in“ dafür winzig klein, weit darunter. Markenlabel, und kein billiges. Auch ein höherer Preis sichert absolut keine besseren Qualitäten mehr.

    Ich vertrage (und mag) keine Kunstfasern in den Klamotten. Egal wie die sich nennen, egal wie viel davon. Baumwolle muss gerade relativ teuer sein, daher z. Zt. vermehrt Kunstfaser überall? Erschwert mir den Einkauf, verzichte ich darauf. Behalte lieber meine alten Klamotten. Die haben noch haltbare Nähte, richtige Knöpfe, solide eingekettelte Knopflöcher, waschbares Garn, ohne sich aufzulösen. Keinen Stoff-knausernden, daher oft leicht schrägen Zuschnitt, kein Elasthan damit man nicht so exakt auf Größe arbeiten muss? Oder dehnt sich das Zeug mit uns, damit wir uns das Fast-Food unbemerkter reinziehen können? Um dann den JoJo-Effekt mit der nächsten, teuren Diät an zu kurbeln?

    Als Kunde droht doch inzwischen ein regelrechter Hindernislauf beim Einkauf: Ohren-schädigende Werbebeschallung, schreiende Plakatierung (SALE wenn ich schon lese, brr..), evtl. (so es sie noch gibt) aufdringliche Verkäufer (die mit Umsatzbeteiligung ihr eher dürftiges Gehalt aufstocken müssen). Ob ich heute trotzdem einmal über die Strecke komme, ohne mich manipuliert oder übelst über den Tisch gezogen fühlen zu müssen?

    Haben heuer 5 x entspannende Theater- und Konzertkarten im Weihnachts-Programm :-)

  • 26.11.2012, 15:34 UhrSylvia

    @ holyowly,

    das mit den Ladengeschäften kommt erst langsam wieder. Jedenfalls bei uns in der ländlichen Gegend. In den Städten treten sich demnächst die Marken-Artikler gegenseitig auf die Füße, so viele neue Einkaufszentren, die dort entstehen sollen :-). Bei den Gewerbemieten dort zocken die Immobilien-Bereicherer mehr als reichlich ab. Inhaber geführte Läden können sich diese Mieten in den Städten inzwischen meistens gar nicht mehr leisten.

    Insofern finde sich, sind eigene Web-Shops eine gute Alternative. Wenn da diese per Gesetz zugelassenen / geduldeten Abmahn-Risiken nicht lauerten.

    Ich jedenfalls habe eBay nach 10 nur positiven Jahren als Käufer, nach der neu geplanten Zahlungsabwicklung (noch 2 zusätzliche Mitverdiener an EINEM Geschäft), nachhaltig Tschüß gesagt. Die Bewertungen dort sind noch halbwegs verwertbar, wenn man sich einen Verkäufer außerhalb von eBay sucht. 5 alte Lieferanten, 3 neue habe ich inzwischen so im eigenen Shop wiedergefunden. Die neuen: sehr nette, kundenfreundliche Kontakte, prompte Lieferung, nix zu mäkeln. Shops sind inzwischen auch außerhalb von eBay bewertbar, oft genug sogar für den Endkunden nachvollziehbarer als auf eBay (Auftrags-gebunden). Wenn diese Händler klug sind, läuft der Shop ohne eBay-Gebühren, die dort an den Endkunden weitergegeben wurden / aufgrund der Höhe werden mussten. eBay wird nur noch für Großhändler taugen, so wie ich deren erklärten Willen verstehe. Das Risiko der Vorauskasse trug ich auf eBay auch, weil ich partout nicht auch noch PayPal mit durchfüttern wollte.

    Das ehrenwerte Amazon hat mir einmal am Versandtag abgebucht, ehe die Ware im Hause sein konnte. Darunter verstehe ich dann Vorauskasse, nicht Lastschriftverfahren. Vorauskasse wird von vielen Online-Händlern mit hübschem Skonto für den Kunden verzinst. Und Kunden, die einige Male pünktlich bezahlen, werden meist auch mit Lieferung auf Rechnung belohnt. Finde ich fair, mache ich (bis zu einer bestimmten Summe) auch mit.

  • 26.11.2012, 15:07 Uhr@Sylvia

    @Sylvia: geht mir auch so!
    Irgendwie verliert man die Lust am Konsum. Wenn ich C&A sehe, dann sehe ich irgendwelche erschöpften Näherinnen vor meinem geistigen Auge. H&M, Amazon etc. irgendwie beginnt sich immer mehr ein Widerstand zu bilden, der sich direkt auf den Konsum niederschlägt.
    Geht vielen Leuten, die ich kenne, auch so. Wenn ich gefragt werde, was willst du, dann bevorzuge ich ein Konzert oder eine Aktivität, mit Freunden oder Familie.

    Das Konsumverhalten vieler Leute beginnt sich deutlich zu ändern, weil es einfach zuviele dieser Ausbeuterbetriebe gibt. Alternativen dazu sind deutlich der Trend der Zukunft. Wie zB die Schneiderin/Modedesignerin, die hier 300 m weg wohnt und individuelle Stücke macht zu einem etwas teureren Preis, aber dafür ist es geschmackvoll individuell und nicht in jeder europäischen Kleinstadt zu kaufen.

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