
DüsseldorfFür den langjährigen Chef von Air Berlin, Joachim Hunold, war die Mitgliedschaft in der Luftfahrtallianz Oneworld ein Prestigeprojekt. Vor zwei Jahren gab er bekannt, dass sein Unternehmen ab 2012 im Verbund mit großen Playern wie British Airways und American Airlines auf dem internationalen Markt mitspielen will.
Die Mitglieder teilen sich Strecken, stimmen Anschlüsse aufeinander ab oder arbeiten bei den Bonussystemen zusammen. Ein von den Behörden gebilligtes Kartell, in gewisser Weise - und ein echter Vorteil für das Unternehmen, so sah es Hunold.
Sein Nachfolger, Hartmut Mehdorn, ist da schon vorsichtiger. Ihn schrecken die Kosten der Mitgliedschaft – Beitrittskandidaten müssen zunächst viel investieren, etwa in Buchungssysteme oder Kabinenstandards. Seit Mehdorn im August vergangenen Jahres die Führung bei Deutschlands zweitgrößter Airline übernommen hat, betont er, dass die Zugehörigkeit sich beim Umsatz deutlich bemerkbar machen müsse. Sonst sei Air Berlin ganz schnell wieder draußen. Prestigeprojekt hin oder her.
Die Top-Ten wird von westlichen Fluglinien dominiert. Handelsblatt Online zeigt die stärksten zehn Gesellschaften, sortiert nach dem Umsatz im letzten verfügbaren Geschäftsjahr (Daten von Bloomberg in Euro).
Mit einem Umsatz von 27,3 Milliarden Euro landet die deutsche Airline auf dem ersten Platz der börsennotierten Fluggesellschaften.
Auf dem zweiten Platz folgt die amerikanische Delta Airlines. Die Gesellschaft erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von umgerechnet rund 24 Milliarden Euro.
Die französische Gesellschaft landet auf dem dritten Platz - ihr Umsatz lag bei 23,6 Milliarden Euro.
Der vierte Platz geht an eine amerikanische Airline: United Continental erzielte Erlöse in Höhe von umgerechnet rund 17,5 Milliarden Euro.
Die Muttergesellschaft von American Airlines landet mit einem Umsatz von umgerechnet rund 16,7 Milliarden Dollar auf Rang fünf.
Die Gruppe, zu der unter anderem British Airways gehört, konnte im vergangenen Jahr einen Umsatz von umgerechnet 14,8 Milliarden Euro erzielen: Das war Platz Sechs.
Die japanische Fluggesellschaft landet im Ranking auf Platz sieben; sie erwirtschaftete umgerechnet rund 12 Milliarden Euro Umsatz.
Der achte Platz geht an einen Australier: Qantas Airways erzielte Erlöse in Höhe von umgerechnet rund 10 Milliarden Euro Umsatz.
Den neunten Platz belegt erneut eine amerikanische Fluggesellschaft: Southwest Airlines mit einem Umsatz von umgerechnet rund 9,1 Milliarden Euro.
Und auch der zehnte Platz geht an die USA. Mit Erlösen von umgerechnet rund 9 Milliarden Euro rutscht US Airways gerade noch so in die Top-Ten.
Seit gestern dürfte Mehdorn noch etwas skeptischer geworden sein: Unter den US-Fluggesellschaften zeichnet sich eine Großfusion ab; ausgerechnet der stärkste amerikanische Partner im Bündnis, American Airlines, wird als Übernahmekandidat gehandelt. Gleich mehrere Rivalen umschwirren nach Medienberichten die insolvente Fluggesellschaft, die sich zurzeit unter Gläubigerschutz nach Chapter 11 des amerikanischen Insolvenzrechtes befindet.
Als aussichtsreichster Bieter, so berichtet das „Wall Street Journal“, gilt ausgerechnet Delta Airlines: Der Wettbewerber ist Mitglied und wichtigste Fluggesellschaft im Bündnis Skyteam – und steht mit seinem Zusammenschluss in direkter Konkurrenz zu Oneworld und dem dritten großen Bündnis Star Alliance.
Noch ist nichts entschieden, bis zu einer tatsächlichen Offerte könnten Monate vergehen. Sollte Delta aber tatsächlich American kaufen, wäre die Oneworld-Allianz für Air Berlin so gut wie gestorben. „Delta würde American Airlines aus Oneworld herausnehmen“, sagt Gerald Wissel, Managing Director der Beratungsgesellschaft Airborne Consulting, im Gespräch mit Handelsblatt Online „Wenn das passiert, sinkt die Attraktivität der Allianz für Air Berlin.“
Air Berlin hat ja schon eine strategische Alternative: Etihad...
alles wird gut!
Ein Vielflieger-Passagier
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