
LuxemburgWo „Bud“ draufsteht, muss Bier der US-Brauerei Anheuser-Busch drin sein. Das hat das EU-Gericht am Dienstag in Luxemburg entschieden. In dem jahrelangen Markenstreit mit der tschechischen Budweiser-Brauerei erzielte der US-Bierriese nun einen Erfolg vor Gericht. Anheuser-Busch hat demnach das alleinige Recht, die Kurzbezeichnung „Bud“ für seine Biere in der EU zu verwenden.
Die Richter wiesen mehrere Klagen der Tschechen ab (Rechtssachen T-225/06 u.a.). Anheuser-Busch hatte „Bud“ als Gemeinschaftsmarke beim EU-Markenamt HABM eintragen lassen.
Der mit Abstand größte Brauer der Welt ist Anheuser-Busch Inbev. Die Belgier kontrollierten 2010 nach Angaben des Hopfenhändlers Barth-Haas Group 19,4 Prozent des Weltmarkts. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.
Ausstoß (Mio. hl): 358
Marktanteil: 19,40 %
Berühmt-berüchtigt für das „Miller“ (in diesem US-Supermarkt in der „leichten Variante“). Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern aus Großbritannien und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.
Ausstoß (Mio. hl): 172,3
Marktanteil: 9,30 %
Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.
Ausstoß (Mio. hl): 145,9
Marktanteil: 7,90 %
Carlsberg hat sich vom dänischen Heimatproduzenten zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.
Ausstoß (Mio. hl): 114
Marktanteil: 6,20 %
Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“.
Ausstoß (Mio. hl): 93,3
Marktanteil: 5,10 %
Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.
Ausstoß (Mio. hl): 64
Marktanteil: 3,50 %
Die Firma wurde 1925 gegründet und befindet sich derzeit auf einem internationalen Expansionskurs. Aushängeschild ist Corona, die führende Marke in Mexiko und das weltweit beliebteste mexikanische Bier.
Ausstoß (Mio. hl): 51,9
Marktanteil: 2,80 %
Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.
Ausstoß (Mio. hl): 50,3
Marktanteil: 2,70 %
Das US-amerikanische und kanadische Unternehmen musste zuletzt Marktanteile einbüßen. Der Konzern vertreibt insgesamt 65 unterschiedliche Biermarken.
Ausstoß (Mio. hl): 48,7
Marktanteil: 2,60 %
Kirin ist ein japanischer Getränkehersteller, der zur Mitsubishi-Gruppe gehört. In den USA werden die Kirin-Produkte vom Branchenriesen Anheuser-Busch vertrieben.
Ausstoß (Mio. hl): 30,3
Marktanteil: 1,60 %
Ausstoß (Mio. hl): 1129,4
Marktanteil: 61,20 %
Ausstoß (Mio. hl): 1846,4
Marktanteil: 100,00 %
Die Budweiser-Brauerei darf laut Urteil ihre Biere nur unter der tschechischen Originalbezeichnung Budejovický Budvar verkaufen. Zwar habe das Unternehmen die Marke „Bud“ in Frankreich, Italien, Portugal und Österreich schützen lassen, allerdings habe es diese Bezeichnung zu wenig genutzt, schrieben die Richter. Bei dem Verkauf handle es sich um ein vernachlässigbares Volumen, das nur örtliche Bedeutung habe. Das Unternehmen kann gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen.
Anders verhält es sich mit dem kompletten Namen „Budweiser“: Der gehört weiterhin den Tschechen. Bereits 2010 hatten die EU-Richter entschieden, die tschechische Brauerei in Deutschland und Österreich habe das ältere Recht an der Bezeichnung „Budweiser“. Dieser Name bleibt somit in der EU dem Bier aus Tschechien in der grünen Flasche mit roter Schrift auf weißem Etikett vorbehalten.
Die jüngste Entscheidung wurde von Anheuser-Busch begrüßt. „Mit diesem Urteil haben wir in so gut wie allen Ländern der Welt einen Schutz für die Marken Bud oder Budweiser“, teilte eine Sprecherin im belgischen Löwen mit.
Anheuser-Busch und Budejovický Budvar streiten sich schon seit Jahren weltweit um die Rechte an den Marken „Bud“ und „Budweiser“. Mal gewinnt Anheuser-Busch vor Gericht, mal Budejovický Budvar. In der EU hatte der US-Brauereikonzern in den 1990er Jahren seine Marke eintragen lassen und damit den Bierkrieg ausgelöst.
„Budweiser“ bedeutet übersetzt „aus Budweis“, einer böhmischen Stadt. In den USA wurde Budweiser 1878 als Warenzeichen eingetragen. In Südböhmen wird das Budweiser Bier aber bereits seit dem 13. Jahrhundert gebraut.

Wie wahr! Seit wann können denn die Amis RICHTIGES Bier brauen? Budweiser kommt aus Budweis, wo denn sonst her? Dürfen wir demnächst auch nicht mehr Pilsner sagen, weil sich das irgendjemand schützen lassen hat?

Wer trinkt schon synthetisch und genmanipulierten Budweiser Mist wenn er ein gutes Budvar aus Budweis haben kann?
Das sich der Verkauf in der EU für die Amis überhaupt lohnt wundert mich.

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