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18.02.2008 

Zweifel an Appels Integrität spielen dabei offenbar keine Rolle. Auch wenn kurz vor der Sitzung ein Aktiendeal Appels bekanntwurde. Doch lag der zeitlich vor der Einführung des Mindestlohns. Zumwinkel hatte ebenfalls Aktien verkauft, aber nach der Einführung des Mindestlohns, die zu stark steigenden Kursen geführt hatte. Dieses Verhalten war in Berlin heftig kritisiert worden. Berlin hatte bereits signalisiert, dass "alles auf Frank Appel hinausläuft". Er hat zudem die Unterstützung der Arbeitnehmerseite und der Gewerkschaft Verdi. Auch Weber soll hinter ihm stehen.

Appel wird wohl auch den Posten von Zumwinkel im Aufsichtsrat der Postbank übernehmen. Finanzkreise versprechen sich von dem promovierten Neurobiologen, dass er die nicht zum Kerngeschäft Logistik und Brief passende Postbank rasch verkauft. Denn Banker und Bundesregierung wollen die deutsche Bankenlandschaft neu ordnen. Die Postbank spielt dabei eine zentrale Rolle. Zumwinkel galt als Bremser, weil er sich gegen den Verkauf stemmte. Damit hat er sich nicht nur Freunde gemacht. Die Postbank gilt im Konzern als Ertragsbringer und half, die schwachen Ergebnisse vor allem der Express-Sparte zu kaschieren. Den Aktionären winkt nach dem Verkauf eine satte Sonderdividende.

Für Appels Posten als Logistikchef ist eine interne Lösung geplant. Im Gespräch sind mit Hermann Ude (Landtransport), Bruce Edwards (Kontraktlogistik) und Chris Fahy (Luft- und Seefracht), drei Manager aus der zweiten Ebene. Doch laut Appel ("First things first") besteht hier keine Eile. Denn zunächst muss er eine Lösung für das defizitäre US-Expressgeschäft finden. Es gilt als Milliardengrab. Partnerschaften und ein Teilrückzug sind im Gespräch. Ein Verzicht nach dem Vorbild der niederländischen TNT ist nicht geplant.

Im Briefgeschäft, das nach wie vor den Löwenanteil zum Gewinn beisteuert, hat die Post durch den Mindestlohn zwar Zeit gewonnen. Er hält den Wettbewerb zunächst auf Distanz. Doch muss die Post ihre Effizienz und ihren Service klar verbessern, um nicht auf Dauer hohe Ergebniseinbußen zu erleiden.

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