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06.03.2008 
Erste Bilanzpressekonferenz für neuen Chef

Appel will Lösung für US-Geschäft der Post

Der neue Post-Chef Frank Appel drückt bei der angestrebten Sanierung des US-Geschäfts aufs Gas. "Wir haben in den USA erhebliche Ergebnisprobleme", sagte er auf der Bilanzpressekonferenz. Appel bekräftigte, der US-Markt sei fester Bestandteil der Wachstumsstrategie. Ein Rückzug sei keine Lösung. Auch zur Postbank äußerte Appel sich.

Der neue Post-Vorstandschef Frank Appel bei der Bilanzpressekonferenz in der Konzernzentrale in Bonn. Foto: dpaLupe

Der neue Post-Vorstandschef Frank Appel bei der Bilanzpressekonferenz in der Konzernzentrale in Bonn. Foto: dpa

HB BONN. "Wir haben uns viele Optionen angeschaut und die Zahl in den letzten Wochen eingeschränkt. Ich bin zuversichtlich, dass wir im Mai mehr dazu sagen können", sagte der frühere Logistik-Vorstand am Donnerstag in Bonn.

Appel hatte Mitte Februar den Chefposten bei dem Logistikkonzern übernommen, nachdem sein Vorgänger Klaus Zumwinkel wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung aufgegeben hatte. Appel sprach von einer "faszinierenden Aufgabe", die er gerne übernommen habe. "Ich kann auf einem guten Fundament aufbauen, das Zumwinkel gelegt hat." Neuerungen in der Unternehmensstrategie kündigte Appel nicht an.

Eine Priorität liege auf dem Express-Geschäft in Amerika, sagte Appel. Aufgrund von Wertberichtigungen für das US-Geschäft von 594 Mill. Euro fiel 2007 im Unternehmensbereich Express ein operativer Verlust von 174 Mill. Euro an. Die Deutsche Post steht in hartem Wettbewerb mit den Platzhirschen UPS und Fedex und spürt die US-Wirtschaftsschwäche. In der Vergangenheit hatte der Post-Vorstand Optionen wie Partnerschaften oder einen Teilrückzug erörtert.

Die US-Wertberichtigungen schlugen auch auf den Konzerngewinn durch, der auf 1,39 Mrd. von 1,91 Mrd. Euro im Vorjahr zurückging. Dabei fiel das operative Ergebnis (Ebit) mit rund 3,2 Mrd. Euro etwas besser aus, als Analysten erwartet hatten. Die Post bekräftigte, die Dividende um 20 Prozent auf 90 Cent je Aktie erhöhen und langfristig die Ausschüttung verdoppeln zu wollen. Der Umsatz kletterte rund fünf Prozent auf 63,5 Mrd. Euro.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Appel sieht Postbank in Position der Stärke

Appel will sich auch um die Zukunft des "Luxusproblems" Deutsche Postbank kümmern. Deutschlands größte Filialbank werde die Konsolidierung der Branche aus einer Position der Stärke mitbestimmen, sagte Appel. "Wir prüfen derzeit alle Optionen."

Auf die Frage, ob der Kapitalmarkt falsch liege, die Postbank lediglich als Übernahmeziel zu sehen, äußerte sich Finanzvorstand John Allan zurückhaltend: "Nun ja, ich denke, sie müssen ihre eigenen Schlüsse ziehen, was das wahrscheinlichste Ergebnis ist."

Zumwinkel hatte erstmals im November einen Verkauf der Postbank ins Gespräch gebracht. Zahlreiche Banken aus dem In- und Ausland haben bereits den Finger gehoben, darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank. Vor einer Entscheidung über die Postbank würden Gespräche mit allen Aktionärsgruppen geführt, sagte Appel. Die Gewerkschaft Verdi stemmt sich gegen einen Verkauf, weil sie in diesem Fall einen deutlichen Stellenabbau befürchtet. Zum Zeitplan für eine Entscheidung äußerte sich Appel nicht: "Ich werde den Teufel tun, mich selbst unter Druck zu setzen."

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