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Arbeitsbedingungen: Von der Leyen nimmt Amazon ins Visier

Nach der Aufdeckung von Missständen bei Auftragsunternehmen des Versandriesen Amazon droht einer Leiharbeitsfirma der Lizenzentzug. Die Politik fordert Aufklärung über Arbeitsbedingungen der Beschäftigten.

Ein Mitarbeiter der Versandabteilung des Amazon Logistikzentrums in Pforzheim (Baden-Württemberg). Quelle: dpa
Ein Mitarbeiter der Versandabteilung des Amazon Logistikzentrums in Pforzheim (Baden-Württemberg). Quelle: dpa

Berlin/MünchenBundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat Aufklärung über die Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitern beim Internet-Versandhändler Amazon gefordert. „Der Verdacht wiegt schwer, deswegen müssen jetzt so schnell wie möglich alle Fakten auf den Tisch“, sagte die Ministerin der „Welt am Sonntag“. In Kürze werde der Bericht von Sonderprüfern vorliegen, sagte die CDU-Politikerin der Zeitung. In einer ARD-Dokumentation waren die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern am hessischen Amazon-Standort Bad Hersfeld gezeigt worden.

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In der am Mittwochabend ausgestrahlten Reportage wurde angeprangert, dass während des Weihnachtsgeschäfts Leiharbeiter aus dem Ausland - Spanien und Polen - in überbelegten Ferienwohnungen untergebracht, schlechter bezahlt als versprochen und stundenlang in Bussen hin und her gefahren wurden. Die Sozialbeiträge für die Beschäftigten seien zudem nicht korrekt abgeführt worden.

Zudem berichteten die Autoren des ARD-Beitrags im Hessischen Rundfunk, die ausländischen Arbeitsnehmer seien von dem Sicherheitsdienst H.E.S.S. auf Schritt und Tritt kontrolliert worden. Die Firma, die in ihrer Abkürzung den gleichen Namen wie Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess trägt, soll demnach Kontakte in die Neonazi-Szene haben. Mitarbeiter hätten neonazi-typische Kleidungsmarken getragen und der Geschäftsführer der Firma zeige sich auf Fotos im Internet mit verurteilten Rechtsextremen, erklärten die ARD-Journalisten.

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Im Hessischen Rundfunk berichtete die Autorin des ARD-Beitrags, Diana Löbl, weiter, die ausländischen Arbeitnehmer würden sich nicht beschweren. "Ein Gewerkschaftssekretär sagte zu uns, die Leiharbeiter seien faktisch rechtlos." Sie lebten nur für einige Wochen in Deutschland, die Arbeitsbedingungen seien ihnen auch ziemlich egal. Co-Autor Peter Onneken sagte: "Die Leiharbeiter tauchen auch in unserem Alltag nicht auf, etwa in einer Fußgängerzone. Sie leben in Feriendörfern, die im Winter sonst völlig verwaist wären. Es ist, als wären sie gar nicht da."

  • 17.02.2013, 17:27 UhrHeuchlei

    Geschäftsmodell Amazon nutzt das schäbige deutsche System

    Diese Gesetze, das wissen wir spätestens seit den Hartz-Gesetzen, haben das Ziel, Arbeitslose auszubeuten, zu erpressen, systematisch einzuschüchtern bis hin zur völligen psychischen Zerstörung.

    Amazon hat diese Gesetze nicht gemacht. Aber ohne diese Gesetze würde das Geschäftsmodell von Amazon nicht funktionieren.

    Das ist vergleichbar mit der Sklaverei. Nur aufgrund des massenweisen Einsatz von Sklaven, waren die landwirtschaftlichen Produkte billig.

    Die SPD und die Grünen haben die Hartz-Verbrechen eingeführt. Die CDU/CSU/FDP haben sie nicht abgeschafft. Schuldig sind also alle wie sie da sitzen.

  • 17.02.2013, 17:53 UhrVicario

    Zitat : Von der Leyen nimmt Amazon ins Visier

    Welche Heuchlerin...? Die hat unendlich viel Zeit gehabt, die Agenda 2010 ( das größte Verbrechen der SPD/GRÜNEN in der Neuzeit ) ins Visier zu nehmen, die diese Mißstände erst ermöglichen !

    Diese Zeit hat sie mit Mutti im Bundestag toll
    abgesessen und im Wahljahr läßt sie jetzt Heißluftblasen von sich..!!!
    Es wird Zeit, dass diese Quoten-Frau zu ihren 7 Zwergen den Abgang macht !

  • 17.02.2013, 17:57 UhrAnonym

    Ich würde behaupten Amazon Leiharbeiter haben es noch besser als so manch anderer. Darf man Namen nennen? Vermutlich nicht. Aber es gibt Firmen, die behandeln ihre Angestellten auf ganz anderen Niveaus. Natürlich in beide Richtungen, ohne Frage.

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