Der Handels- und Touristikkonzern Arcandor
hält an seiner Reisetochter Thomas Cook
fest und plant eine Kapitalerhöhung. Thomas Cook
hat sich unterdessen aus den Gesprächen über eine Fusion seines Ferienfliegers Condor mit dem Billigflieger Germanwings und dem Tui
-Ableger Tuifly zurückgezogen.
Ein Airbus A320 der Flugesellschaft Condor. Sie wird weiterhin zu Thomas Cook gehören und das Reiseunternehmen zur Konzernmutter Arcandor. Foto: dpa
HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. Arcandor
hatte sich nach langen und schwierigen Verhandlungen mit den Banken auf ein Finanzierungskonzept verständigt und angekündigt, sowohl die Cook- als auch die Karstadt-Beteiligung auf den Prüfstand zu stellen. Der Vorstand habe nun entschieden, keine Aktien des Gewinnbringers Thomas Cook
zu verkaufen, teilte Arcandor
am Montag im Anschluss an ein Treffen des Aufsichtsrats mit. Cook macht 60 Prozent der Umsätze des Konzerns und den Großteil des Gewinns aus. Arcandor
hält rund 53 Prozent an Cook.
"Eine Entscheidung zur Karstadt GmbH wurde nicht getroffen", ließ der Konzern die Zukunft der Warenhaustochter offen. Das Kontrollgremium habe dem Refinanzierungskonzept zugestimmt.
Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis will der Essener Konzern zudem 23 Mill. neue Stückaktien ausgeben. Das Bezugsrecht der Alt-Aktionäre ist laut Arcandor
-Mitteilung ausgeschlossen. Für den Hauptaktionär - den Pool "Madeleine Schickedanz" - würde dies den Verlust der Mehrheit bedeuten, wenn er sich an der Kapitalerhöhung nicht beteiligt. Dann würde sich der Anteil der Quelle-Erbin Schickedanz nach Reuters-Berechnungen auf rund 48 Prozent von derzeit 53,3 Prozent verwässern. Arcandor
wollte sich zu Details zunächst nicht äußern.
Bislang hat Arcandor
laut Geschäftsbericht 230,2 Mill. Aktien ausgegeben. Das Grundkapital der Gesellschaft erhöhe sich mit der Ausgabe frischer Aktien um knapp 59 Mill. Euro auf 648 Mill. Euro.

