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Arcandor-Insolvenz: Eick versus Cordes: Duell der Lautsprecher

Arcandor-Chef Eick hat alles versucht, doch weil die Regierung kein Geld gibt, geht sein Konzern in die Insolvenz. Für einen anderen ist das ein Sieg: Metro-Chef Eckhard Cordes hat seit Wochen in Berlin alle Register gezogen, um ein Schnäppchen zu machen.

Arcandor-Chef Eick kämpfte bis zuletzt lautstark gegen eine Insolvenz. Quelle: ap
Arcandor-Chef Eick kämpfte bis zuletzt lautstark gegen eine Insolvenz. Quelle: ap

BERLIN. Es ist Dienstagmorgen, als im Amtsgericht Essen ein Mann einen Flur entlanggeht und einen Antrag abgibt.

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Ein Ereignis mit weitreichenden Folgen ist in diesem Moment amtlich, zwei Worte reichen aus, das zu verstehen. Arcandor, Insolvenz. Ein Kampf ist entschieden, in dem es um sehr viel geht, das Ringen eines großen deutschen Konzerns um sein Überleben, das Duell zweier Wirtschaftsbosse, die nichts unversucht gelassen haben, den anderen niederzuringen. Sie haben ein Duell ausgetragen, größtenteils hinter den Kulissen der Berliner Republik.

Es ist 17 Uhr, als Karl-Gerhard Eick in der Konzernzentrale in Essen seine Niederlage eingestehen muss. Gut vier Wochen liegen hinter ihm, in denen der Kampf gegen die drohende Pleite seines Unternehmens und der Kampf gegen einen Widersacher, den er gut kennt, immer härter geworden ist, der Ton schärfer.

Arcandor schien die langersehnte Chance zu sein für ihn, den zweiten Mann. Er hat die Telekom verlassen, um an der Spitze eines großen Unternehmens zu stehen. Er musste einsehen, dass das, was er übernahm vielleicht doch keine so große Chance war. Er hat trotzdem alles versucht. Er ist nach Berlin geflogen, um den Wirtschaftsminister für Staatshilfen einzunehmen - und andere entscheidende Leute. Es konnte der Eindruck entstehen, er sei öfter in Berlin als in Essen, in seinem Büro. Er hat Interviews gegeben, viele Interviews, um Druck auf die Regierung auszuüben. Er brauche, sagte Eick jedes Mal, 850 Millionen Euro, davon 650 Millionen als Bürgschaft des Steuerzahlers und 200 Millionen als Darlehen. "Jetzt und sofort."

Eick ist in der Rolle des Verteidigers. Er braucht schnell Geld, die Zeit läuft gegen ihn und für einen anderen.

Eckhard Cordes, Chef des Handelskonzerns Metro, muss nur warten. Wenn der Konkurrent pleitegeht, kann er sich zum Schnäppchenpreis die besten Unternehmensteile aussuchen und den Rest schließen. Die Zeit mag auf seiner Seite sein, aber Cordes ist nicht der Typ, der die Dinge ihrem Lauf überlässt. Er will sichergehen.

Vier Wochen noch. Und Cordes weiß, dass die Entscheidung naht, dass das Geld bei Arcandor nicht mehr lange ausreicht.

Die Strippenzieher beider Seiten sind am Werk, zwei Kampagnen laufen, es gibt keine Tabus mehr. Abteilungsleiter in den Ministerien werden angerufen, Staatssekretäre werden täglich mit neuen Informationen gefüttert, Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Finanzminister Peer Steinbrück kriegen auf ihren Mobiltelefonen ständig neue Nachrichten. Auch Kanzlerin Angela Merkel und Vize-Kanzler Frank-Walter Steinmeier sind eingeschaltet. Etikette und Regeln scheinen Worte aus einem anderen Leben zu sein.

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