Der Handelskonzern Arcandor zeigt Interesse an einer Übernahme der Metro-Tochter Kaufhof. „Bei Karstadt und Kaufhof gibt es ein großes Synergiepotenzial“, sagte Arcandor-Chef Thomas Middelhoff. Der Konzern prüfe alle Optionen.
HB PETERBOROUGH. Verhandlungen über einen Zusammenschluss liefen derzeit aber nicht. Arcandor
werde innerhalb von zehn Wochen strategische Entscheidungen treffen - in mehreren Geschäftsbereichen. Das sagte Middelhoff am Firmensitz der Tochter Thomas Cook
im englischen Peterborough .
Finanzieren könnte Arcandor
die Übernahme mit Hilfe eines Konsortiums der Deutsche Bank-Tochter
RREEF, Pirelli Re, Generali und Borletti, das bereits einen Teil der Immobilien der Warenhaustochter Karstadt übernommen hat. Das Konsortium könnte die Kaufhof-Gebäude kaufen, während Arcandor
selbst - eventuell mit einem Investor an der Seite - das operative Geschäft des Rivalen übernehmen würde.
Ein Metro
-Sprecher
wollte die Interessensbekundung von Arcandor
nicht kommentieren. Metro
zählt die Warenhaus-Tochter seit kurzem nicht mehr zum Kerngeschäft und prüft einen Verkauf. Bei einem Zusammenschluss könne es zwar kartellrechtliche Probleme geben. Diese seien jedoch lösbar, sagte Middelhoff.
Den Versandhändler Primondo sieht der Vorstandschef auf einem guten Weg. Im Geschäftsjahr 2008/09 (per Ende September) erwartet er dort ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 210 Mill. Euro. Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres soll Primondo in die Gewinnzone zurückkehren. Zukäufe seien "nicht mehr fern". Die Tochter bereite sich zwar auf den Kapitalmarkt vor. "Das heißt aber nicht, dass ein Börsengang dann auch tatsächlich kommt."
Ob Middelhoff mit Ende seines Vertrages Ende Dezember Arcandor
tatsächlich verlässt, ließ er offen. "Ich habe sehr viel Spaß an meinem Job." Er werde nur dann gehen, wenn er sicher sei, "dass alles die richtige Entwicklung nimmt".

