Rudolph und Dembinski fühlen sich von ihrem Verband im Stich gelassen. Sie werfen dem Branchenverband ABDA vor, er unternehme zu wenig dagegen, dass die Kassen zu Lasten der Apotheker entlastet werden sollen. Im Gegensatz zu den Spitzenorganisationen der Ärzte und Pharmahersteller, die im Januar ihre kritischen Stellungnahmen zu dem Gesetzentwurf veröffentlichten, hält sich der Apothekerverband mit Kritik bislang zurück. „Das war eine verbandspolitische Entscheidung“, sagte eine ABDA-Sprecherin.
Die Aufregung einzelner Apotheker teilt der Verband offenbar nicht. „Es ist noch nicht abzusehen, wie die Hersteller auf die neue Gesetzeslage reagieren“, sagt Homann, der selbst zwei Apotheken in der hessischen Kleinstadt Schlüchtern betreibt. Die wirtschaftlichen Folgen seien daher noch nicht abzuschätzen. „Zwischen den Generikafirmen herrscht aber weiterhin scharfe Konkurrenz, daher wird ihnen schon etwas Neues einfallen“, gibt er sich gelassen.
Denkbar wäre etwa, dass sie den Apothekern künftig höhere Rabatte auf rezeptfreie Präparate gewähren, wenn sie große Mengen rezeptpflichtiger Medikamente bestellen. Doch auch dabei drohten kleinere Anbieter ins Hintertreffen zu geraten, weil sie mangels Einkaufsmacht keine gute Verhandlungsposition hätten. Sein Fazit: „Leider gibt es im Gesundheitswesen keine Bestandgarantien mehr, auch nicht für Apotheken.“

