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Aschewolke: Airlines attackieren die Bundesregierung

Wie gefährlich ist die Vulkan-Wolke aus Island wirklich? Während die Behörden die Lufträume weiterhin gesperrt halten, werden die Fluglinien zunehmend ungeduldig. Lufthansa, Air Berlin und weitere Airlines fordern nach eigenen Testflügen die Freigabe des Luftraums – und sparen dabei nicht mit deutlichen Worten. Es geht um Milliarden.

Einsam und verlassen stand diese Boeing 747 der Lufthansa am Samstag auf dem Frankfurter Flughafen. Quelle: dpa
Einsam und verlassen stand diese Boeing 747 der Lufthansa am Samstag auf dem Frankfurter Flughafen. Quelle: dpa

jkn/rüd/HB DÜSSELDORF. Nach tagelangem Ausnahmezustand wegen der Aschewolke aus Island wird die Kritik der Fluggesellschaften an der Sperrung weiter Teile des europäischen Luftraums immer schärfer. Die Auswirkungen sind nach Einschätzung des internationalen Luftfahrtverbandes Iata härter als die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA. Die Verluste der Airlines erreichten wegen der anhaltenden Flugausfälle inzwischen 250 Mio. Dollar pro Tag, sagte IATA-Chef Giovanni Bisignani am Montag.

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Er warf den europäischen Regierungen eine unangemessene Reaktion vor. Die Entscheidungen zur Schließung der Flughäfen und Sperrung der Lufträume basierten lediglich auf theoretischen Modellen und nicht auf Fakten. „Wir müssen von diesen Pauschal-Schließungen wegkommen und Wege zur flexiblen Öffnung des Luftraums finden, Schritt für Schritt“, forderte Bisignani und rief zu einem Treffen der UN-Luftfahrtbehörde ICAO auf.

Auch die Lufthansa kritisierte die Politik und warf den Behörden skandalöses Vorgehen vor. Sie schloss auch Schadensersatzforderungen nicht aus, weil die Regierung ohne eigene Messungen ein so weitreichendes Flugverbot verhängt habe.

Unternehmenschef Wolfgang Mayrhuber sieht durch die Wolke keine ernste Bedrohung für den Flugverkehr. Die Durchmischung sei mittlerweile so groß, dass hierzulande keine Gefahr bestünde, sagte Mayrhuber am Sonntagabend im „Heute-Journal“. Die Testflüge der Lufthansa hätten alle keine Schäden an den Maschinen gezeigt. „Niemand will durch eine Vulkanasche-Wolke fliegen. Aber was wir in den vergangenen Tagen gesehen haben, ist alles andere als Gefährdungspotenzial“, sagte Mayrhuber.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wies die Kritik als „unverantwortlich“ zurück. Er lasse sich nicht von „zweckgebundenen“ Aussagen von Unternehmen unter Druck setzen, sagte er ebenfalls im „Heute-Journal“. Das wiederum wollte Mayrhuber nicht gelten lassen: Dass der Lufthansa unterstellt würde, ihr ginge Umsatz vor Sicherheit sei „ungeheuerlich“, sagte er.

Trotz Umsatzeinbußen hält die Lufthansa unterdessen an ihrer Prognose für das laufende Geschäftsjahr fest. Der Konzern strebe weiterhin ein operatives Ergebnis über dem Vorjahresniveau von 130 Millionen Euro an, sagte ein Sprecherin am Montag. Analysten hatten zuvor Zweifel angemeldet, ob das Unternehmen seine Prognose angesichts der Erlöseinbußen durch den Pilotenstreik und die Aschewolke noch halten könne.

  • 19.04.2010, 14:11 UhrAnonymer Benutzer: UBR Peter Renner

    Es lebe Österreich, Salzburg ist das bessere bayern,
    was soll man von H. Ramsauer schon erwarten? Er muß jetzt zeigen, wie wichtig er ist. Entscheiden traut er sich nichts, es wäre ja ein Risiko und nichts scheuen Politiker mehr, denn sie sind ja keine Unternehmer, sondern "Unterlasser"! Nach der NRW Wahl kommt er dann mit der PKW Maut, weil ja versprochen wurde, keine Steuern zu erhöhen, aber es wurde ja nicht versprochen,keine neuen Steuern einzuführen. Es ist wie immer!!!!!

  • 19.04.2010, 12:46 UhrAnonymer Benutzer: FoCS

    Endlich darf Ramsauer sich mal wichtig fühlen, und schon kommen die Leute, die ihm das nicht gönnen.

    Mich würde mal interessieren, wie ein Psychoanalytiker Ramsauers Äusserung im ARD-brennpunkt (gemünzt auf den Lufthansa-Sprecher: "Mit solchen Leuten rede ich nicht, normalerweise rede ich mit Herrn Mayrhuber") werten würde.

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