0 Bewertungen
30.05.2008 
Hohe Belastung durch Ölpreis

Austrian-Airlines-Chef Ötsch sucht Partner

von Tanja Kewes

Ab vom Kurs: Erneute Millionenverluste aufgrund des steigenden Ölpreises haben die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines von ihrem Vorhaben abgebracht, weiterhin eigenständig zu bleiben. Derzeit gilt besonders die Lufthansa als ein strategischer Partner, der den Österreichern unter die Flügel greifen könnte.

Wie geht's weiter mit Austrian Airlines? Firmenchef Alfred Oetsch will nach der nächsten Aufsichtsratsitzung verschiedene Szenarien prüfen. Foto: ReutersLupe

Wie geht's weiter mit Austrian Airlines? Firmenchef Alfred Oetsch will nach der nächsten Aufsichtsratsitzung verschiedene Szenarien prüfen. Foto: Reuters

DÜSSELDORF. Die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines (Aua) rückt von ihrer Strategie ab, eigenständig zu bleiben. "Der hohe Ölpreis hat die Karten neu gemischt. Es ist nicht mehr 100-prozentig sicher, dass Austrian Airlines als eigenständige Fluggesellschaft nachhaltig positive Ergebnisse liefern kann", sagte ihr Vorstandschef Alfred Ötsch dem Handelsblatt.

Bei der nächsten Aufsichtsratsitzung Anfang Juni solle ein Projekt beschlossen und gestartet werden, das prüfen soll, welche Variante - Alleinstellung, tiefere Kooperationen oder strategische Partnerschaft - die höchsten Potenziale verspricht. Austrian Airlines (Aua) ist nach Lufthansa-Swiss und Air Berlin die drittgrößte Fluggesellschaft im deutschsprachigen Raum.

Mit seinem Strategieschwenk tritt der ehemalige Siemens-Manager die Flucht nach vorne an. Ötsch hatte den Vorstandsvorsitz 2006 mit der von der Politik getragenen Strategie übernommen, Aua zu restrukturieren und dabei die Eigenständigkeit zu wahren. Die Restrukturierung gelang auch. Ötsch strich die defizitären Langstrecken zusammen und erschloss den Wachstumsmarkt Osteuropa. Im Geschäftsjahr 2007 schrieb Aua nach Jahren wieder schwarze Zahlen.

Im ersten Quartal flog die teilstaatliche Airline aufgrund des hohen Ölpreises und einmaliger Belastungen aber erneut einen Nettoverlust von 60 Mill. Euro ein. "Bei den derzeitigen Ölpreisen ist Austrian Airlines alleine nur schwer überlebensfähig", sagt Volker Elders, Luftfahrtexperte von Droege & Company.

Finanziellen Druck für einen Notverkauf von Aua gibt es aber noch nicht. Die Gesellschaft, die mit einem Jahresumsatz von 2,4 Mrd. Euro im Jahr 2007 zu den kleineren Fluglinien zählt, verfügt über rund 300 Mill. Euro liquide Mittel. Die Eigenkapitalquote beträgt 25,5 Prozent und liegt damit zwischen der von Air Berlin (21 Prozent) und der von Lufthansa (30 Prozent). Der jüngst geplatzte Einstieg des saudischen Investors Mohamed Al Jaber, der rund 150 Mill. Euro einbringen wollte, war für Vorstandschef Ötsch dennoch ein Schlag, da er die Expansionspläne beendete.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wenig Interesse an Aua

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterKöpfe

GE-Chef Immelt: unter Beobachtung  Artikel in Merkliste

Als Chef von General Electric thront Jeffry Immelt auf dem Olymp der amerikanischen Managerkaste. Aber wie lange noch? Hilflos wirkt er in den Wirren der Finanzkrise. Und schon gibt es erste Zweifel, ob er seinen Posten noch lange halten kann. Artikel


Anzeige